Schwesternliebe

Die beiden Schwestern, Claudia und Ulli, haben mehr gemeinsam als sie glauben

„Bist du heute am Abend daheim?“.
Ulli stellte mir diese Frage, als ich gerade vor unserem Haus in meinem Liegestuhl lag, und in einer Zeitschrift blätterte.
„Warum willst du das wissen?“ fragte ich ohne sie anzusehen.
„Ich erwarte jemanden.“
Jetzt blickte ich zu ihr auf. „Aha, und deshalb soll ich daheim bleiben? Brauchst du meine Hilfe?“
„Du hast mich falsch verstanden“ sagte sie und setzte sich zu mir auf den Liegestuhl. „Ich möchte eigentlich, dass du nicht daheim bist“. Ihre Finger zupften unruhig an ihrem Kleid. „Oder wenn du daheim bist, dann vielleicht in deinem Zimmer bleiben könntest.“
Ich glaubte, schlecht gehört zu haben, setzte mich auf und sagte: „Sieh mal einer an, mein Schwesterchen will mich wegsperren. Wer ist denn dieser geheimnisvolle Jemand, vor dem du mich verstecken willst?“.
Sie wollte nicht damit herausrücken und sagte nur: „Aber das kann dir doch egal sein. Ich möchte dich außerdem nicht verstecken, sondern nur einen ungestörten Abend verbringen.“
Ich dachte: Das werden wir ja noch sehen.

Da ich sowieso wusste mit wem sie sich verabredet hatte, sagte ich nur: „Du hast recht, eigentlich ist es mir auch egal.“ Ich wechselte schnell das Thema, in dem ich fragte: „Wann kommt eigentlich unser Bruder wieder zurück von seiner Schulung?“
„Michi? Am Montag, das weißt du doch.“
„Ach, ja, stimmt“. Ich stellte ich mich naiv. „Ist eigentlich Peter auch mitgefahren?“
„Peter? Wie kommst du denn jetzt auf Peter?“
„Na, ich dachte, weil er doch Michis Freund ist. Ich hab ihn schon länger nicht mehr bei uns gesehen.“
Ulli wippte nervös mit ihrem Fuß. „Glaubst du denn er kommt hier her, wenn unser Bruder nicht da ist?“.
Ich lachte sie an und sagte: „Es hätte ja sein können, dass er jemanden von uns beiden besuchen will.“
Sie presste kurz die Lippen zusammen und sagte dann während sie etwas Farbe aufzog: „Also gut, es ist Peter, der zu mir kommen wird. Wir wollen essen gehen, und danach den Abend zu Hause ausklingen lassen.“
Ich ließ mich in meinen Liegestuhl zurückfallen und sagte zynisch: „Na, da darf die kleine Schwester natürlich nicht stören. Es könnte ja sein, dass sich der Verehrer sonst verschaut.“
Ulli sah mich scharf an und klopfte mit der Hand auf meinen Liegestuhl. „Bist du jetzt daheim, oder nicht?“
„Nein, ich geh mit Sigrid und Dagmar auf irgend eine Geburtstagsfeier. “
Ulli atmete erleichtert aus und stand auf, während ich fortsetzte: „Aber ich weiß noch nicht, ob ich lange bleiben werde. Die Leute, die dort hinkommen, sind nicht ganz nach meinem Geschmack. Wenn es zu langweilig wird, bin ich bald wieder daheim.“
Ulli drehte sich um und meinte: „Ich möchte dich nur bitten auf keine dummen Gedanken zu kommen. Sonst müssen wir wieder einen lustigen Fernsehabend mit dir verbringen.“ Sie verzog ihren Mund in ein sadistisches Lächeln. „Oder hast du den schon vergessen?“, und rotierte wie zur Warnung mit ihren Fingern.
Ich lächelte sie nur an und dachte: Nein, Schwesterherz, den hab ich ganz sicher nicht vergessen. Darauf kannst du dich verlassen.

Später, als ich mich gerade für den Abend fertig machte, beobachtete ich Ulli. Sie war schon fertig und ihr Aussehen überraschte mich etwas. Sie trug ein schwarzes, eng anliegendes Kleid, das mit zwei dünnen Trägern über ihrer Schulter hing, und mit einem Ausschnitt, bei dem man nicht mehr viel Fantasie benötigte, um die darunter befindlichen Körperteile zu erahnen. Auch am Rücken zeigte sie viel Haut über die sie ihre brunetten Locken fallen ließ. Das Kleid endete ziemlich weit oberhalb ihrer Knie.
Ich sah sie so an, während sie beim Küchentisch saß und die Nägel lackierte, und sagte zu ihr lachend: „Gut dass du so wenig Stoff an deinem Körper trägst. Es wird heute sicher ein heißer Abend“.
Sie sah zu mir auf und sagte, mit Blick auf mein kurzes Sommerkleid mit weitem Halsausschnitt: „Na, über zu viel Stoff kannst du dich auch nicht beklagen. Warten deine Freundinnen nicht schon?“
„Ich weiß, du willst mich los werden.“
Während ich das Haus verließ, rief ich noch einmal zurück: „Wenn du Hilfe mit Peter brauchst, du weißt ja wo du mich erreichst!“
„Ich wünsch dir einen schönen Abend!“ hallte es aus der Küche.

Ich machte mich also auf den Weg, um mich mit Sigrid und Dagmar zu treffen. Als ich zu unserem Treffpunkt, dem kleinen Park vor dem Bahnhof, kam, sah ich Peter.
Es war kein Zufall, den wir hatten kurz vorher miteinander telefoniert. Darum wusste er, dass ich hier her komme. Er rief mich in letzter Zeit öfter an, was Ulli natürlich nicht wissen durfte.

Er sah sehr elegant aus. Seine helle Sommerhose und sein T-Shirt harmonierten sehr gut mit seinem gebräunten Körper.

Ich rief: „Hallo, Peter, wie kommst du hier her? Ist das nicht ein Umweg für dich?
Er kam auf mich zu und sagte: „Ich wollte nur einen kleinen Spaziergang machen, bevor ich zu deiner Schwester gehe“.
Er stand jetzt direkt vor mir und lächelte mich an.
„Ich glaub dir kein Wort“, sagte ich leise.
Er fuhr mit seinen Fingern durch meine Haare und sagte: „Vielleicht wollte ich dich auch nur sehen.

Ich merkte, dass mein Puls etwas schneller wurde, als ich ihm in die Augen sah und der Duft seines Parfums in meine Nase stieg.
Ich ließ mir von meinen plötzlich aufkommenden Gefühlen nichts anmerken und sagte: „Warum wolltest du mich sehen? Soll ich dir Ratschläge für Ulli geben?“
Er sah mich eine Weile an. Mein Blutdruck stieg etwas. Auch bei ihm konnte ich eine gewisse Unruhe bemerken als er sagte: „Nein, ich wollte dich ... Ich gehe jetzt zu deiner Schwester“.
Ich legte meine Arme auf seine Schultern und flüsterte: „Was ist, wenn ich dich nicht gehen lasse?“
„Ich werde sicher einen Weg finden, um mich zu wehren“. „Das würde ich gern darauf ankommen lassen“.

Mein Herz klopfte, als er seine Hände um meine Taille legte und mich näher an sich heran zog. Wir blickten uns kurz in die Augen. Ich wurde fast schwach als er mit seinen Lippen näher kam. Dann besann ich mich aber, denn soweit wollte ich es nicht kommen lassen und sagte leise: „Wolltest du nicht zu Ulli?“
Er hielt mich noch immer in seinen Armen und meinte: „Stimmt. Sie wartet sicher schon. Vielleicht können wir das später nachholen?“
„Später?“ Ich sah ihn streng an. „Als Hauptgang Ulli und zum Dessert die Schwester? Das hast du dir wohl so einfach gedacht“, und attackierte ihn dabei lachend mit meinen Fingern auf seinem Bauch, wodurch er sofort zurückwich.
„Willst du mich etwa herausfordern?“, rief er und packte mich an den Händen. Er zog mich zu sich und begann mit einer kleinen Kitzelattacke auf meinem Bauch, ließ mich aber sofort los, als wir in die verduzten Gesichter von Sigrid und Dagmar blickten.

„Oh, lasst euch von uns nicht stören. Wir können warten“, sagte Dagmar mit einem Augenzwinkern.
Dann näherte sie sich Peter, fuhr mit der Hand durch ihre langen, blonden Haare, und begutachtete ihn mit ihren blauen Augen. „Wen hast du uns denn da mitgebracht?“
Ich stellte ihn vor: „Das ist Peter. Wir kennen uns nur flüchtig. Es ist der Freund von Michi, meinem Bruder.“
„Aha, nur flüchtig“, sagte Dagmar mit einem zynischen Unterton. „Gehst du mit uns mit, Peter?“
„Nein“, antwortete er, „ich hab eine Verabredung mit Claudias Schwester“, und ließ seine Blicke über Dagmars schlanken Körper wandern, der in einem engen T-Shirt und einer noch engeren Jeans steckte.

Nun posierte sich auch Sigrid vor Peter: „Das ist aber schade, wir hätten eine Männergesellschaft brauchen können. Überhaupt so eine elegante.“
„Danke für das Kompliment“, kam es von Peter, dessen Augen wie Magnete auf Sigrids Körper haften blieben. Kein Wunder, der Hauch von Stoff konnte auch nicht sehr viel verbergen. Sie hatte eine ziemlich durchsichtige Bluse an und darunter ein Top, das nur den Brustbereich verdeckte. Ihre Short endete am Anfang ihrer langen Beine.
Mit ihrem hübschen Gesicht, ihren langen, schwarzen Haaren und ihrem Blick aus dunkelbraunen Augen hatte sie schon viel Unsicherheit in die Männerwelt gebracht.

So wie jetzt auch bei Peter als sie zu ihm sagte: „Vielleicht überlegst du es dir ja noch und kommst nach“, während sie ihm mit dem Finger über die Wange streichelte.
Jetzt wurde ich etwas ungeduldig und sagte scharf: „Sigrid, es reicht!“
„Entschuldige, ich wollte nicht aufdringlich sein“.
Ich konnte in ihrem Gesicht bereits die Gedanken lesen, die sie natürlich nicht für sich behalten konnte: „Interessant ist nur: Der Freund deines Bruders hat eine Verabredung mit deiner Schwester und knutscht mit dir im Park herum.“ Dagmar fiel lachend ein: „Warum nicht, drei Geschwister teilen sich einen Freund. Das nenn ich Familiensinn.“

Mir wurden die Bemerkungen zu blöd, und sagte gereizt: „Erstens haben wir nicht geknutscht, und zweitens geht euch das überhaupt nichts an. Ich glaube wir sollten gehen. Es wird Zeit.“
Peter verabschiedete sich und machte sich auf den Weg zu meiner Schwester.
Ich schaute ihm noch eine Weile nach. Ich verspürte plötzlich ein anderes Gefühl, wenn ich ihn sah. Bis jetzt war er immer nur der Freund meines Bruders. Und jetzt ist er auf dem Weg zu Ulli...

„Claudia, kommst du?“, unterbrach Sigrid meine Gedanken. Ich drehte mich um und wir gingen zu dieser Geburtstagsfeier.
Wie schon erwartet war dort nicht viel los. Es waren lauter Leute mit denen Sigrid und ich nichts anfangen konnten. Dagmar eigentlich auch nicht, aber es waren irgendwelche entfernten Verwandten von ihr. Sie nahm uns nur mit, damit sie nicht allein hingehen musste.
Wir saßen zu dritt auf einem Tisch und tranken ein paar Gläser, während ich ihnen alles über Peter erzählen musste, nachdem sie mich mit ihrer Neugierde gelöchert hatten.
Ich erzählte ihnen von dem Fernsehabend, an dem Ulli und Peter mich so heftig durchgekitzelt hatten, und auch dass mich Ulli heute nicht im Haus haben wollte.
„Und das lässt du dir alles gefallen?“. Sigrid schüttelte ungläubig den Kopf
„Was soll ich machen, ich möchte mich nicht zerstreiten mir ihr, sie ist doch meine Schwester“, und dachte mir: eigentlich hat sie recht. Eine kleine Strafe hätte sie schon verdient. Vorallem musste ich an Peter denken. Wie er mich heute ansah. Ich gönnte Ulli diesen Abend nicht.

Sigrid holte mich aus meinen Gedanken zurück. „Hallo, Claudia. Bist du noch bei uns?“
„Ja, natürlich. Entschuldige...
Sie sah mich an, und ich merkte an ihrem Blick, dass sie etwas vorhatte.
„Du würdes sicher gerne wissen, was die beiden jetzt treiben, hab ich recht?“. Sie ließ mich gar nicht zu Wort kommen und redete weiter: „Natürlich hab ich recht. Warum gehen wir beide nicht mit dir nach Hause und lassen dort eine Party steigen? Hier wird sowieso nicht mehr viel passieren. Ihr habt doch noch euren Partyraum?“

Wir haben in unserem Keller einen Raum für diverse Feiern eingerichtet. Die Fenster liegen auf der Rückseite des Hauses, wodurch keine Nachbarn gestört werden.
„Sehr gute Idee“, sagte ich lachend und konnte es gar nicht mehr erwarten, Ullis Gesicht zu sehen, wenn wir dort aufkreuzten. Also machten wir uns auf den Weg.

Wir hatten geplant uns in den Keller zu schleichen, und sie dann plötzlich zu überraschen. Allerdings sind drei kichernde Frauen, die schon etwas Alkohol in sich haben, schwer zu überhören, und so stand Ulli schon im Flur, als wir rein kamen.
„Was machst du denn da?“, fragte sie überrascht.
Ich lachte ihr ins Gesicht: „Ich wohne hier“.
„Und deine zwei Freundinnen?“
„Wir feiern hier“, sagte Sigrid und grinste.
Ich fuhr Ulli mit der Hand durch ihre Haare, und sagte: „Aber keine Sorge. Wir werden euch nicht stören. Wir bleiben ganz artig im Keller.“
Ulli zog die Augenbrauen zusammen. „Na, toll, jetzt hab ich drei betrunkene Ladies im Haus“.
Mittlerweile kam Peter dazu, und Sigrid lächelte ihn an: „Hallo Peter, wir kennen uns ja schon“.
Ulli verzog die Mundwinkel als sie das hörte, denn sie wusste nicht, was die damit anfangen sollte.
„Wollt ihr nicht mit uns etwas trinken?“, fragte ich, aber Ulli weigerte sich.
„Und Peter will auch nicht?“ fragte Sigrid und wollte ihn schon bei der Hand nehmen.
„Nein, er will auch nicht!“, kam es zornig von Ulli herüber.
„Na, gut“, sagte ich, „dann trinken wir halt ohne euch. Viel Spaß noch, ihr zwei Hübschen.“

Wir gingen also ins untere Geschoß, nahmen uns eine Flasche Wein und tranken und lachten eine Weile.
Ich weiß nicht, ob der Alkohol schuld war, oder Sigrids Sticheleien, aber irgendwie wollte ich meiner Schwester nun doch einen kleinen Denkzettel verpassen.
Ich schlich mich langsam hinauf und wollte schauen, was die beiden so treiben. Sigrid und Dagmar waren hinter mir, denn sie platzten ja vor Neugierde.

Wir standen in der Kellertüre und überlegten, was wir anstellen sollten, als Peter plötzlich ins Badezimmer ging. Das Bad liegt vis-a-vis vom Kellereingang. Ich schaute meine Freundinnen nur an und sie wussten sofort was ich vorhatte.
Ich wartete, bis er heraus kam und stellte mich vor ihn hin. Er dachte ich wolle auch ins Bad, und wich mir aus.
Sigrid und Dagmar schlichen sich jetzt an ihn heran und packten ihn jeweils am Arm. Dann zogen sie ihn Richtung Partyraum. „Wir brauchen dich nur ganz kurz“, sagte Sigrid. Er wehrte sich gar nicht. Mir kam vor, es machte ihm sogar Spaß mit den beiden mitzugehen. Ich ging hinterher und schloss die Türe.

In diesem Raum steht auch noch ein altes Bett, auf das sich Peter setzen sollte.
Er schaute etwas unsicher drein und fragte: „Und was jetzt?“
Sigrid sagte nur: „Entspann dich“, und setzte sich eng neben ihn. Sie hatte nur mehr ihr schmales Top an, ihre Bluse darüber hatte sie schon vorher ausgezogen. Es war ziemlich warm in diesem Raum. Man merkte es auch an Peter, dem die Schweißperlen auf der Stirn standen.

Das war aber wohl eher deswegen, weil sich Sigrid eng an ihn drückte, umarmte und gleichzeitig ein Bein über seine Schoß legte. Auch Dagmar setzte sich neben ihn, drückte ihre Wange gegen seine und umarmte ihn ebenso.
„Ist das so in Ordnung, Claudia?“ fragte Sigrid.
„Perfekt“, sagte ich und zückte mein Handy und betätigte den Auslöser.
„Das wird ein tolles Foto“.
Peter meinte nur: „So, jetzt habt ihr ein Foto. Kann ich jetzt wieder rauf? Ulli wird warten.“
Ich sagte nur drauf: „Glaub mir, sie wird nicht lange warten“. Er schaute mich fragend an und ich setzte fort: „Ich schicke dieses Foto auf Ullis Handy mit folgendem Text: Peter ist bei uns. Wenn du ihn wieder haben willst, bringe eine Flasche Sekt, oder er wird viel Spaß mit uns haben.“

„Ihr seid doch drei kleine Biester“, sagte er und wollte aufstehen, doch die beiden hielten ihn zurück.
„Aber wer wird denn gleich davonlaufen wollen? Bist du etwa nervös?“, lachte ihn Dagmar an und berührte ihn im ihren Fingern am Bauch. Ich bemerkte sofort ein heftiges Zucken von ihm. Sigrid gefiel das und probierte es auch auf der anderen Seite, mit dem selben Erfolg
„Lass das,“ sagte Peter kichernd, „hier bin ich ein bisschen empfindllich.“
„Oh, das ist jetzt aber schade“, sagte Sigrid und grinste, „dass du uns das verraten hast.“

Jetzt begannen beide ihre Nägel in seine Seiten zu piecksen. Peter fing an sich zu wehren und packte beide plötzlich an den Knieen. Die beiden quietschten sofort los. Damit haben sie wohl nicht gerechnet. Peter packte noch einmal zu, als plötzlich die Tür aufflog und Ulli im Raum stand.
„Was fällt euch ein, was macht Peter bei euch?“
Ihre Stimme klang ziemlich wütend.
Peter meinte nur: „Sie haben mich gezwungen ein Foto mit ihnen zu machen.“
„Na, sehr gezwungen schaut das ja nicht aus!“
Ich mischte mich ein und fragte Ulli: „Wo ist eigentlich der Sekt?“
„Den könnt ihr euch selber holen. Ich bin doch nicht euer Dienstmädchen. Und jetzt lasst bitte Peter aus!“
Sigrid und Dagmar schauten mich fragend an, und ich sagte: „Ok, Mädels“

Blitzschnell drückten sie Peter an den Schultern zurück und hielten ihn an den Armen fest. Ich sagte zu Ulli, während ich mich langsam Peter näherte: „Kennst du eigentlich schon das kleine Geheimnis von Peter?“

Ulli sah mich nur mit großen Augen an. Peters Blick wurde ein wenig nervöser. Ich näherte mich langsam seinem Oberkörper, der sich schon heftig bewegte. Dann ließ ich meine Finger langsam auf seinem Bauch rotieren. Er stieß ein schrilles Lachen hervor und versuchte sich zu befreien, aber meine Freundinnen machten ihre Sache sehr gut. Sie schafften es seine Arme komplett einzuklemmen.

„Ich würde jetzt den Sekt holen“, sagte ich zu Ulli, die noch immer mit offenem Mund da stand. Ich kitzelte ein bisschen stärker und auch seine Stimme wurde lauter.
„Ulli-hi-hi, ho-ho-hool doch diesen verdammten Se-hehe-hekt.“
Ulli verschwand wortlos.

Ich ließ Peter eine kurze Pause. Es machte mir aber plötzlich Spaß, seinen Körper zu bearbeiten. Darum sagte ich zu meinen Freundinnen: „Ich hab euch doch von diesem Fernsehabend erzählt. Soll ich euch kurz demonstrieren, wie das war?“ „Natürlich, wir können es gar nicht mehr erwarten“, antworteten die beiden.
„Claudia, das machst du nicht!“, flehte mich Peter an, denn er konnte sich schon vorstellen, was ich vorhatte.
Ich ignorierte ihn aber, schob sein T-Shirt nach oben, und sagte: „Ich lag genau so da, wie er jetzt. Dann kam Peter, also den spiel jetzt ich, und fing an ... Ich hab vergessen, Peter, wo hast du angefangen?“
„Claudia, ich warne dich!“
„Mir fällt es wieder ein, es war hier...“, und ließ meine Finger auf seinem Bauch herumtanzen. Seine Bewegungen wurden immer heftiger. Ich erzählte aber ruhig weiter: „Dann hat er mich an den Seiten gepackt“, und demonstrierte es ganz genau. Als ich ihn an den Seiten bearbeitete, war er außer sich. Sein Körper schnellte auf und ab, und er begann mit den Beinen zu strampeln.
„Claudia, neiiiiin“, schrie er.
Ich sagte unschuldig: Nein? Ah, du hast Recht. Vorher kamen noch die Rippen dran“, und wanderte mit meinen Fingern auf seine Rippen. Die Reaktionen waren nicht weniger heftig. „Dann“, redete ich ruhig weiter, „kamen die Achseln dran, wenn ich mich richtig erinnere.“
„Das bekommst du alles zurüüüüück!“, schrie er, während ich mich in seinen Achselhöhlen vergrub.
„Wie ist es eigentlich dann weiter gegangen, weißt du das noch?“ fragte ich ihn, während sich eine Finger weiter auf seinem Körper bewegten.
„Hööör aaaaauuf!“
„Nein, ich glaub nicht, dass du dann aufgehört hast, ich glaube es war dann wieder der Bauch an der Reihe.“

Ich weiß selber nicht was in mich gefahren ist, aber ich konnte gar nicht mehr aufhören, ihn zu kitzeln. Ich steigerte mich so hinein, dass ich Ulli gar nicht bemerkte, die schon einige Zeit mit dem Sekt in der Hand hinter mir stand und die Szene beobachtete. Und mir kam vor, als hätte ich bei ihr ein leichtes Lächeln bemerkt, das sie aber zu unterdrücken versuchte.

Wir ließen Peter aus, der keuchend und schwitzend liegen blieb. Er saß nur da mit rotem Kopf und sagte, während er nach Luft schnappte: „Euch krieg ich noch. Jede einzelne wird dran kommen. Das schwöre ich.“

Doch Ullis Miene verfinsterte sich und sie sagte: „Das würde dir so passen. Du lässt mich oben allein und hast dein Vergnügen mit den Mädchen hier. Noch dazu ist eine davon meine Schwester“.
Peter schaute sie nur entgeistert an. „Aber Ulli, was ist denn in dich gefahren? Glaubst du, ich habe mich aus Vergnügen von denen auskitzeln lassen?“
„Ach so, es war kein Vergnügen?“, wiederholte Ulli und griff ihn in seine Seiten. „Und wenn ich dich angreife ist das auch kein Vergnügen?“
„Ja, Ulli, schon...“
„Also war doch eines“. Sie kniff ihm immer stärker an seiner empfindlichen Stelle. Peter war schon ziemlich gereizt. Plötzlich packte er Ulli und war sie aufs Bett. Blitzschnell nahm er ihre Hände und zog sie über ihren Kopf. Aufgeregt sagte er zu Ulli, während er sie zornig anblickte: „Glaubst du wirklich, wenn ich mit dir eine Verabredung habe, dass ich die Gelegenheit ausnützen würde?“
„Natürlich glaub ich das“, sagte Ulli ohne die Miene zu verziehen. „Warum solltest du anders sein als andere Männer?“

Ich war mir nicht ganz sicher ober sie das ernst meinte oder ob sie ihn nur provozieren wollte, darum mischte ich mich ein: „Aber Ulli, hör doch auf, wir wollten doch nur einen kleinen Streich spielen.“
„Du halt dich da raus, Claudia“, sagte sie während sie versuchte sich von Peters Griffen zu befreien.
„Das ist etwas persönliches zwischen Peter und mir. Mit dir rede ich später.“
Jetzt wurde mir Ullis Laune auch zu dumm und sagte zu Peter: „Ich glaube wir sollten sie etwas zur Vernunft bringen.“

Ich stellte mich vor sie hin und lachte ihr schelmisch ins Gesicht: „Ich habe nämlich ebenfalls etwas persönliches zu klären“, und ließ meine Nägel langsam in Ullis Achseln rotieren.
Sie schrie sofort auf: „Claudiaaaa, niiiiiicht!“
„Aber was ist denn los, Schwesterchen, warum bist du denn so nervös? Hast du etwa Angst vor mir?“ und wurde ein bisschen schneller.
„Angst? Vor dir? Niemaaa-ha-ha-haaals!“

Peters Augen blitzten, während er noch immer ihre Arme festhielt, und es sicher bedauerte, nur zwei Hände zu haben.
Ich genoss es mich in Ullis Achselhölen auszutoben, während ihr Kreischen lauter wurde.
„Peter, hiiiilf mir!“
„Hast du gehört, Peter“, sagte ich lachend und verließ kurz ihre Achseln. „Du sollst helfen“.
„Aber mit dem größten Vergnügen!“. Jetzt konnte er sich endgültig nicht mehr zurück halten. „Würdest du dich um ihre Arme kümmern?“

Ich ignorierte Ullis lautstarke Proteste und legte mich mit meinem Körper auf ihre Arme, sodass ich meine Hände frei hatte um mich weiterhin um Ullis Achseln zu kümmern. Peter war jetzt in seinem Element und ließ seine Hände über Ullis Bauch wandern und genoss es, sie an den Seiten zu packen, was bei ihr heftige Reaktionen auslöste.

Jetzt mischten sich auch Sigrid und Dagmar ein: „Es scheint die Party fängt jetzt richtig an. Braucht ihr vielleicht Hilfe? Wir hätten gerade Zeit!“
„Aber ja“, sagte ich „Ihre Füße wären noch zu haben“.
Ulli wurde jetzt fast panisch und strampelte wild mit den Beinen. Doch die beiden schafften es, sie zu bändigen und nahmen sich jeweils einen Fuß vor.
Sigrid sagte lachend, während sie die Fußsohlen bearbeitete: „Zum Glück sind meine Nägel heute extra lang und spitz. Da hat sie gleich viel mehr davon!“

Durch Ullis heftige Bewegungen verrutschte ihr Kleid nach oben wodurch fast ihr Slip zu sehen war. Das gefiel Peter natürlich und er machte sich auf, um neue kitzlige Körperteile zu erkunden. Er begann bei den Knien, nahm sich die Kniekehle vor, wodurch Ulli einen schrillen Ton hervorstieß, wanderte an den Oberschenkel bis unter ihr Kleid und packte sie an den Hüften, was sie kurz ausrasten ließ. Währenddessen wanderte ich aus den Achseln hinaus bis zu ihren Rippen und wieder retour.
Ich genoss den Anblick wie sich Ulli windete und war froh einmal nicht der Hauptdarsteller bei einer Kitzelattacke zu sein.

Wie lange wir noch weiter machten, weiß nich nicht mehr. Irgenwann wurde sie schon rot im Gesicht und japste nach Luft, und so hörten wir auf. Ich setzte mich mit Dagmar und Sigrid zum Tisch, während Peter neben der erschöpften Ulli, die noch immer am Rücken lag, sitzen blieb.

Wir erwartete schon Schimpftiraden von ihr, aber sie blieb ruhig als sich Peter über sie beugte und sagte. „Na, da hab ich jetzt aber eine ganz andere Ulli kennen gelernt. Die ist ja gar nicht immer so stark. So etwas passiert, wenn man grundlos eifersüchtig ist.“
Sie lächelte ihn an und sagte: „Na ich hoffe, dass es grundlos ist. Es ist doch nur, weil...“, sie zögerte kurz.
„Weil?“
„Weil ich dich eben...“
Peter begann seine Finger auf ihrem Bauch tanzen zu lassen. „Muss ich es schon wieder aus dir herauskitzeln?“
„Weil ich dich liebe“, beeilte sich Ulli zu sagen.
Nach diesem Geständnis umarmten und küssten sie sich.

Wir beobachteten diese Szene noch eine Weile. Dann nahm ich die Sektflasche und sagte mit stockender Stimme: „Darauf sollten wir eigentlich anstoßen“.
Nachdem sich Ulli und Peter wieder voneinander gelöst hatten setzten sie sich zu uns auf den Tisch. Wir tranken den Sekt und auch noch ein paar andere Getränke. Es wurde dann doch ein lustiger Abend. Ulli war viel gelöster.

Es war schon ziemlich spät oder besser gesagt zeitig in der Früh, als sich Ulli mit Peter in ihr Zimmer verzog. Ich begleitete Sigrid und Dagmar hinaus zu ihrem Taxi, das sie heimbrachte.

Dann blieb ich noch eine Weile vor dem Haus stehen und schaute in den Nachthimmel. Und dachte an Ulli. Und an Peter.

In meinem Kopf drehte sich nicht nur der Alkohol sondern auch Gedanken: Was wäre gewesen, wenn ich Peter im Park nicht gestoppt hätte, als er mich küssen wollte? Und was wäre gewesen, hätte ich diese Party nicht veranstaltet? Durch unseren kleinen Streich sind sich die beiden doch erst näher gekommen.
Was wäre gewesen, wenn der kleine Streit zwischen Ulli und Peter eskaliert wäre? Hätte Peter dann ... Ach, was soll's.
Ich bin froh, dass Ulli glücklich ist. Ich vergönne ihr Peter. Sie ist ja doch meine Schwester.

Am nächsten Morgen
Mit dröhnendem Kopf und schweren Beinen stand ich am späten Vormittag auf. Ein paar Wolken schoben sich gerade vor die Sonne. Die waren aber sicher nicht der Grund für mein Kopfsausen. Es war doch eine nicht unerhebliche Menge an Alkohol, die wir in uns hinein schütteten. Mit einer kalten Dusche versuchte ich wieder klare Gedanken zu bekommen. Dann ging ich zum Frühstück, obwohl mein Magen gar nicht danach verlangte.

Als ich in die Küche kam, saßen Ulli und Peter schon am Frühstückstisch.
„Guten Morgen Claudia“. Ulli lachte mich freundlich an. Nein, sie lachte nicht, sie strahlte.
Sie brachte mir sogar eine Tasse Kaffee. Das war ungewöhnlich. Das freundlichste was ich bisher immer zu hören bekam war: Hol ihn dir aus der Kaffeemaschine.

Ich rührte in meiner Tasse um und beobachtete die beiden. Sie küssten sich. Mein Magen rebellierte leicht. Dann sah ich meine Buttersemmel eine Weile an bevor ich es wagte einen Bissen hinunter zu würgen. Ich spülte mit einem Schluck Kaffee nach, verzog das Gesicht und war froh, dass in meinem Magen nicht die Schubumkehr einsetzte.

„Na, heute schmeckts uns wohl nicht so richtig?“. Ulli sah mich fast mitleidig an. „War wohl alles ein bisschen viel gestern.“
„Ja, allerdings“ antwortete ich mit leiser Stimme.
Ich ließ das Frühstück bleiben und verschwand in mein Zimmer. Dort legte ich mich wieder zurück ins Bett und dachte: Der Tag ist heute sicher gelaufen.

Später, ich weiß gar nicht mehr wann es war, klopfte es an der Tür. Es war Peter der plötzlich im Zimmer stand.
„Na, schon besser?“, war seine fürsorgliche Frage.
Ich stand auf und sagte zu ihm: „Na, ja. Es geht so. Aber es freut mich für dich und für Ulli“
„Wirklich?“
„Ja, ihr passt gut zusammen.“ Meine Stimme versagte ein wenig.
Peter kam näher auf mich zu und streichelte mit seinem Finger über meine Wange. Dann sagte er, fast ein wenig ernst: „Den Vorfall mit dieser fiesen Kitzelattacke, den möchte ich gern unter vier Augen mit dir besprechen.“
Ich lachte ihn an und sagte: „Aber gern, jeder Zeit“.
Dann nahm er mich in den Arm.
Mein Blutdruck stieg als er sagte: „Weißt du noch, gestern im Park? Wir haben es nicht vollendet.“ Ich umarmte ihn und flüsterte ihm ins Ohr: „Dein Dessert wartet“.
Die Sonne schaffte es wieder durch die Wolkendecke in mein Zimmer. Und mein Herz schlug schneller als er mit seinen Lippen näher kam. Doch diesmal unterbrach ich ihn nicht.