Der Funke der Rebellion (Part one of three)
Das leise, aber bestimmte Zuschlagen der Wohnungstür schnitt durch die harmonische Atmosphäre wie ein Messer. Lisa lehnte sich einen Moment lang, die Stirn gegen das kühle Holz gepresst, an die Tür und schloss die Augen. Acht Stunden Konzentration, strategische Meetings und das Navigieren in einer männerdominierten Ingenieursabteilung waren anstrengend. Doch die wahre Herausforderung wartete zu Hause.
Sie schlüpfte aus ihren hochhackigen Pumps und spürte die angenehme Kühle des Parkettbodens durch ihre dünne, beige Nylonstrumpfhose. Ein Seufzer der Erleichterung entwich ihr. Dieses Gefühl, dieses seidige, edle Gefühl an den Beinen war ihr kleiner, täglicher Luxus, ein Überbleibsel einer eleganteren Zeit, dass sie auch an ihre Töchter weitergegeben hatte.
„Mama? Bist du das?“, rief Emmas Stimme aus dem Wohnzimmer.
„Ja, Schatz, bin ich“, antwortete Lisa und ging hinein.
Ihre beiden Töchter saßen auf dem großen Sofa. Emma, 18, mit den wachen, intelligenten Augen ihrer Mutter, vertieft in einen Roman von Jane Austen. Rosi, 16, noch etwas verspielter, aber mit demselben entschlossenen Kinn, skizzierte in einem Notizbuch. Beide trugen enge Jeans, und Lisa wusste, dass darunter, genau wie bei ihr, hautfarbene Nylons glänzten – ein stilles, verbindendes Erbe.
„Wie war die Arbeit?“, fragte Emma, ohne aufzusehen.
„Anstrengend. Wie war die Schule?“
„Gut“, murmelte Rosi.
Die Stimmung war geladen. Lisa spürte es sofort. Sie setzte sich in ihren Lesesessel und strich sich über die Leinenhose, unter der sie die beige Strumpfhose fühlte.
„Also, äh...“, begann Emma und legte ihr Buch beiseite. „Da ist diese Feier. Am Freitag. Am Institut für Literaturwissenschaft. Lesung, Diskussion, anschließend Wein und Saft. Es klingt wirklich...“
„Nein“, unterbrach Lisa sie sanft, aber mit jenem endgültigen Ton, den ihre Töchter hassten.
„Aber Mama!“, platzte Rosi heraus. „Das ist nicht irgendeine Party! Professor Winter hält einen Vortrag über Hermann Hesse! Du magst doch Hesse?“
„Das hat nichts mit Hermann Hesse zu tun, Rosi“, seufzte Lisa. „Es geht um die Uhrzeit, um die Menschen, die ihr dort treffen werdet. Universitätsfeiern arten schnell aus. Ich kenne das.“
„Du kennst alles“, zischte Emma, und ihre Stimme bebte vor unterdrückter Wut. „Du weißt immer, was das Beste für uns ist. Immer! Wir sind nicht mehr fünf und sieben, Mama!“
„Genau deshalb sage ich nein. Mit fünfzehn und siebzehn...“
„Achtzehn und sechzehn!“, korrigierten sie sie im Chor, ihre Stimmen ein einziger, frustrierter Aufschrei.
Lisa spürte, wie ihre eigene Ungeduld hochkochte. Warum konnten sie nicht verstehen, dass sie sie nur beschützen wollte? Dass die Welt da draußen voller Fallstricke war, die sie, Lisa, am eigenen Leib erfahren hatte? Die frühe Schwangerschaft, die unerfüllten Träume, der Kampf, alles alleine zu schaffen zu müssen – das alles hatte sie durchgestanden, um ihren Töchtern ein besseres, sichereres Leben zu ermöglichen. Und doch schienen ihre Töchter alles zu tun, um sich genau in diese Gefahren zu stürzen.
„Die Antwort ist und bleibt nein“, sagte sie mit fester Stimme und stand auf. „Und damit basta. Ich mache uns jetzt etwas zu essen.“
Sie drehte sich um und ging in die Küche, ließ ihre beiden Töchter zurück, die sie mit Blicken voller Enttäuschung und Wut verfolgten.
Spät am Abend lagen Emma und Rosi in Emmas Zimmer. Das Licht war ausgeschaltet, nur der Mond warf ein blasses Quadrat auf den Boden.
„Sie behandelt uns immer noch wie Kinder“, flüsterte Rosi wütend in die Dunkelheit.
„Sie will einfach nicht einsehen, dass wir erwachsen werden“, antwortete Emma. Ihre Stimme war ruhig, aber hart. „Wir müssen ihr zeigen, dass wir unseren eigenen Willen haben. Dass wir auch Macht haben.“
„Welche Macht? Sie kontrolliert das Geld, das Auto, alles.“
Emma schwieg eine Weile. Dann sagte sie leise: „Weißt du noch, wie Papa sie immer um den Finger gewickelt hat?“
Rosi drehte sich zu ihr um. „Was meinst du?“
„Ich war klein, aber ich erinnere mich. Wenn er etwas von ihr wollte und sie sagte nein... dann hat er sie gekitzelt.“
Eine weitere Minute Stille. Dann ein langsames, begreifendes Lächeln in Rosis Stimme. „Stimmt. Ganz genau. Und sie konnte sich überhaupt nicht wehren. Sie ist war total kitzlig.“
„Besonders“, fuhr Emma fort, als würde sie eine alte, vergessene Aufzeichnung lesen, „wenn sie ihre beigen Nylonstrumpfhosen anhatte. Wenn sie von der Arbeit nach Hause kam und noch ihre Strumpfhose trug... dann war sie völlig wehrlos. Papa hat sie dann immer auf dem Sofa festgehalten, und sie hat gelacht, bis sie nicht mehr konnte. Und am Ende hat sie immer ja gesagt.“
„Glaubst du...?“, flüsterte Rosi, fast andächtig.
„Ja, das glaube ich“, sagte Emma entschlossen. „Wir müssen es versuchen. Wir müssen sie kitzeln, bis sie uns zuhört. Bis sie einsehen muss, dass sie nicht immer die Kontrolle haben kann.“
Ein Funke der Verschwörung zündete zwischen ihnen. Es war nicht nur Rache. Es war die Suche nach einer neuen Ebene in ihrer Beziehung. Eine Ebene, auf der sie nicht nur die kleinen Töchter, sondern ebenbürtige Gegnerinnen waren.
„Aber sie ist unsere Mutter“, gab Rosi bedächtig zu bedenken.
„Und sie behandelt uns wie unmündige Kinder“, konterte Emma. „Manchmal muss man die Regeln brechen, um neue zu schaffen. Morgen. Wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt.“
Der erste Angriff
Der nächste Tag verging in angespannter Erwartung. Lisa kam wie üblich gegen halb sieben nach Hause. Sie wirkte noch müder als sonst, ließ sich schwer in ihren Sessel fallen und schloss die Augen. Sie trug eine hellgraue Designer-Leinenhose und darunter, wie erhofft, ihre graue Nylonstrumpfhose. Die Schuhe hatte sie bereits ausgezogen.
Emma und Rosi tauschten einen Blick. Jetzt oder nie.
„Mama?“, sagte Emma leise und trat näher. „Kann ich dir die Füße massieren? Du siehst so erschöpft aus.“
Lisa öffnete misstrauisch die Augen. „Seit wann bietest du Fußmassagen an?“
„Seit ich sehe, wie kaputt du bist“, log Emma geschmeidig. Ohne eine Antwort abzuwarten, kniete sie sich vor den Sessel und packte sanft einen von Lisas nylonumhüllten Füßen.
„Emma, lass das“, sagte Lisa, aber es klang mehr nach müdem Protest als nach einem Befehl.
Rosi positionierte sich hinter dem Sessel, bereit, Lisas Arme notfalls festzuhalten.
Emma begann nicht mit einer Massage. Ihre Finger, schlank und stark wie die ihrer Mutter, fanden sofort die empfindlichste Stelle unter der Fußsohle, genau dort, wo der Nylonstoff sich über dem Fußgewölbe spannte.
Lisa zuckte so heftig zusammen, als hätte sie einen elektrischen Schlag erhalten. Ein ersticktes, glucksendes Lachen entfuhr ihr. „hahaha…. Ai…E-Emma! Nein!“
Aber Emma hörte nicht auf. Sie wechselte die Technik, ließ ihre Fingernägel leicht über den Nylonrücken des Fußes kratzen, ein unerträgliches, seidiges Kribbeln für Lisa.
„Sag ja zur Feier, Mama“, flüsterte Emma, während ihre Finger weitertanzten.
„hahaha.. Niemals!...hahahaha“, stiess Lisa zwischen verzweifelten Lachsalven hervor und versuchte, ihren Fuß zu befreien. Doch alles sich im Sessel winden und alle Versuche, ihren Fuß aus dem eisernen Griff von Emmas Hand zu befreien, nützt nichts. Dabei musste sie immer wieder durch das Kitzeln auf der Nylonstrumpfhose unter ihrer Fußsohle wahnsinnig lachen. Sie musste einsehen, dass sie nicht die Spur einer Chance hatte. Und je länger sie gekitzelt wurde, um so kitzliger wurde ihre Fußsohle durch die Nylonstrumpfhose.
Dann griff auch noch Rosi ein. Sie beugte sich von hinten über die Sessellehne und umschloss Lisas Handgelenke mit sanftem, aber bestimmtem Druck.
„Bitte, Mama?“, sagte Rosi süß.
Lisa war gefangen. Das irre Lachen, das sie nicht unterdrücken konnte, brach aus ihr heraus, heftig und unkontrolliert. „St-Stoppt das! …..Hahaha, Hahaha…..Sofort!“ Lisa bekam vor lauter Lachen ihren Protest nicht richtig artikuliert. Immer wenn sie anfing zu protestieren, verstärkte Emma ihr Kitzeln, woraufhin Lisa irre lachend in den Sessel zurückfiel und kein verständliches Wort mehr aus ihrem Mund herausbrachte.
„Erst wenn du ja sagst“, beharrte Emma und konzentrierte sich nun auf die höllisch kitzlige Stelle an der Ferse. Der graue Nylonstoff schien die Berührung zu vervielfachen, machte jedes Kitzelgefühl intensiver.
Lisa lachte, wand sich, Tränen traten ihr in die Augen. Sie war völlig wehrlos, genau wie damals. In diesem Moment war sie nicht die erfolgreiche Wirtschaftsingenieurin, nicht die strenge Mutter. Sie war nur ein hilfloses Bündel aus gekitzelt werden, vergeblichen Befreiungsversuchen und kindlichem Gelächter.
„Okay! Okay!“, japste sie schließlich, außer Atem und völlig aufgelöst. „Ihr könnt... ihr könnt hingehen!“
Emma ließ sofort los. Rosi ließ ihre Handgelenke frei.
Stille. Nur Lisas keuchender Atem war zu hören. Sie lag völlig zerzaust und mit rotem Gesicht in ihrem Sessel, die Beine noch immer in den malträtierten Nylons. Sie sah ihre Töchter an, die sie triumphierend, aber auch ein wenig schuldbewusst ansahen.
„Das... das war unerhört“, brachte Lisa schließlich hervor, aber ihre Stimme hatte jeden Biss verloren.
„Es hat funktioniert“, sagte Emma einfach. Ihre Augen funkelten.
Die neue Dynamik
Die Feier an der Uni war ein großer Erfolg. Professor Winters Vortrag war brillant, und die Mädchen kamen begeistert und unversehrt nach Hause. Lisa, die die ganze Zeit in Sorge verbracht hatte, atmete erleichtert auf. Aber etwas hatte sich verändert. Eine unausgesprochene Grenze war überschritten worden.
Einige Tage später, als Lisa wieder einmal ein Verbot aussprach – diesmal bezüglich eines Wochenendausflugs –, sahen sich Emma und Rosi nur an. Es war ein kurzer, wortloser Blick. Dann standen sie auf.
Lisa, die ihre Zeitung las, spürte die Bewegung und blickte auf. Sie sah die Entschlossenheit in den Augen ihrer Töchter. Langsam, fast theatralisch, legte sie die Zeitung beiseite.
„Versuchst du es schon wieder, uns alles zu verbieten?“, fragte Emma mit einem kleinen Lächeln.
„Es ist meine Pflicht als Mutter, nein zu sagen“, erwiderte Lisa, aber ihre Stimme zitterte leicht.
„Dann ist es unsere Pflicht als Töchter, dich davon zu überzeugen, dass du Unrecht hast“, sagte Rosi.
Sie griffen nicht sofort an. Sie umzingelten sie. Langsam. Lisa stand vom Sessel auf, ihr Herz klopfte schneller. Es war nicht nur Angst. Es war... Aufregung. Ein seltsames, verbotenes Kribbeln.
„Ihr werdet mich nicht...“, begann sie, aber da griff Emma zu. Nicht an die Füße, sondern an die Taille, genau dort, wo der Blazer sich öffnete und der Rand der Strumpfhose unter dem Hemd hervorschaute.
Lisa quietschte und wich zurück, direkt in Rosis Arme, die sie von hinten umfing. „Zusammenarbeit, Mama“, flüsterte Rosi ihr ins Ohr, während ihre Hände sich um Lisas Mittelteil schlossen und begannen, ein wildes, kitzelndes Tremolo auf ihren Rippen zu spielen.
Lisa war verloren. Sie lachte, kämpfte, aber der Ausgang war vorhersehbar. Sprechen konnte sie nicht, so kitzelte es. Befreien konnte sie sich auch nicht. Sie war durch das intensive Kitzeln viel zu schwach. Nach fünf Minuten hemmungslosen Lachens und Flehens gab sie nach. Wieder.
Es wurde fast schon zu einem Spiel. Mit einer neuen, seltsamen Form der Kommunikation. Emma und Rosi waren sehr erstaunt, wie kitzlig ihre Mutter wirklich war. Und wie ausgesprochen hilflos sie war, wenn sie an den Füßen in Nylonstrümpfen gekitzelt wurde.
Die Töchter hatten eine Waffe gefunden, und Lisa war machtlos dagegen. Doch zu ihrer eigenen Überraschung empfand sie nicht nur Hilflosigkeit. In diesen Momenten des kontrollierten Chaos, des kindischen Lachens und der körperlichen Verzweiflung fühlte sie eine Nähe zu ihren Töchtern, die es in den Jahren der Strenge und Kontrolle nicht gegeben hatte.
Die Revanche der Mutter
Doch Lisa hatte nicht nur eine Opferrolle. Sie war eine Kämpferin. Und sie kannte die Schwächen ihrer Töchter genau.
Eines Samstagnachmittags lagen Emma und Rosi gemeinsam auf dem Sofa, jede in ihre Bücher vertieft. Beide trugen enge Leggings, und Lisa wusste, dass darunter ihre geliebten hautfarbenen Nylons steckten. Sie hatten sich so sicher gefühlt und hatten sogar Socken darüber gezogen.
Lisa beobachtete sie aus der Küche heraus. Ein planvolles Lächeln spielte um ihre Lippen. Es war Zeit, den Spieß umzudrehen.
Sie schlich sich lautlos an. Sie trug selbst nur Socken, um kein Geräusch zu machen. Sie stand hinter der Couch und musterte ihre ahnungslosen Töchter.
Dann schlug sie zu.
Mit der Geschwindigkeit einer Schlange griff sie zu, zog beiden gleichzeitig die Socken von den Füßen und begann sofort, mit beiden Händen ein wahres Kitzelfeuerwerk auf den nun nur noch von den dünnen Nylonstrümpfen geschützten Fußsohlen zu entfachen.
Ein doppelter Aufschrei erschütterte das Wohnzimmer. Bücher flogen durch die Luft.
„MAMA!“, kreischte Emma und versuchte, ihre Füße wegzuziehen.
„Das ist nicht fair!“, rief Rosi, die sich schon vor Lachen krümmte.
„Oh, ich finde doch“, sagte Lisa mit einer Ruhe, die sie nicht fühlte. Ihre Arme hatte die Knöchel in einem eisernen Griff und ihre Finger waren gnadenlos. Sie kannte jede Stelle, jede winzige Zone, auf die die Töchter besonders empfindlich reagierten. „Ihr dachtet, ihr hättet das Monopol auf diese Art von Überredungskunst?“
Sie ließ ihre Fingernägel über Emmas Nylon-Fußsohle gleiten, während sie mit der anderen Hand Rosis Ferse bearbeitete. Das Gelächter ihrer Töchter war wie ein musikalisches Chaos, und Lisa lachte mit ihnen. Es war ein befreiendes, gemeinsames Lachen.
„Okay! Wir geben auf!“, rief Emma, außer Atem.
„Was gebt ihr auf?“, fragte Lisa und hörte nicht auf.
„Alles! Wir werden nie wieder dich kitzeln! Aber bitte… hör auf!“, japste Rosi.
Lisa hörte auf. Sie stand da, keuchte leicht, und sah ihre beiden Töchter an, die völlig entkräftet und mit roten Köpfen auf dem Sofa lagen. Die Machtverhältnisse hatten sich erneut verschoben.
„Das werdet ihr wohl auch nicht“, sagte sie lächelnd. „Aber von nun an gilt: Wer auch immer diese Waffe einsetzt, muss damit rechnen, dass sie gegen ihn verwendet wird.“
Ein neues Gleichgewicht
An diesem Abend saßen sie alle drei erschöpft, aber friedlich im Wohnzimmer. Eine Schüssel mit Popcorn stand zwischen ihnen. Das Gefühl der Rebellion war einer seltsamen Form des Respekts gewichen.
„Es tut mir leid, dass ich euch so sehr bevormunde“, sagte Lisa leise und blickte in die Flammen des Kamins. „Ich habe nur so große Angst, dass euch etwas passiert. Dass ihr die gleichen Fehler macht wie ich.“
„Wir sind nicht du, Mama“, sagte Emma sanft. „Und deine Fehler haben dich zu der starken Frau gemacht, die du bist. Die uns großgezogen hat.“
„Und wir sind auch stark“, fügte Rosi hinzu. „Weil wir von dir gelernt haben.“
Lisa lächelte, und in ihren Augen glitzerten Tränen. „Ich weiß. Und ihr habt mir heute... auf eure eigene, unmögliche Art... gezeigt, dass ich euch vertrauen kann.“
Sie schwiegen eine Weile.
„Weißt du“, sagte Lisa nachdenklich und strich sich über den seidigen Stoff ihrer eigenen Strumpfhose, „euer Vater... er hatte doch seine Fehler. Aber wenn er mich so gekitzelt hat... da habe ich mich auch geliebt gefühlt. Geliebt und lebendig.“
Emma und Rosi sahen sie an. Das war ein Teil ihrer Mutter, den sie so noch nie gesehen hatten.
„Vielleicht“, sagte Emma mit einem schelmischen Grinsen, „sollten wir das zu einer unserer neuen Familien-Traditionen machen. Anstatt zu streiten...“
„...kitzeln wir uns, bis einer nachgibt“, vollendete Rosi und kicherte.
Lisa lachte. Ein echtes, warmes Lachen. „Oh je. Was habe ich nur losgetreten?“
Sie wusste, dass die Zukunft nicht immer einfach sein würde. Es würde weiterhin Konflikte geben. Aber sie hatte jetzt eine neue Sprache mit ihren Töchtern gefunden. Eine Sprache, die aus Lachen, seidigen Stoffen und einer liebevollen Form der Kapitulation bestand. Sie waren nicht mehr nur Mutter und Töchter. Sie waren drei Frauen, die durch Liebe, Nylon und die gemeinsame Erkenntnis verbunden waren, dass man manchmal die Kontrolle verlieren muss, um etwas viel Wertvolleres zu gewinnen: Vertrauen und eine ganz besondere, kitzlige Art der Nähe.
Das leise, aber bestimmte Zuschlagen der Wohnungstür schnitt durch die harmonische Atmosphäre wie ein Messer. Lisa lehnte sich einen Moment lang, die Stirn gegen das kühle Holz gepresst, an die Tür und schloss die Augen. Acht Stunden Konzentration, strategische Meetings und das Navigieren in einer männerdominierten Ingenieursabteilung waren anstrengend. Doch die wahre Herausforderung wartete zu Hause.
Sie schlüpfte aus ihren hochhackigen Pumps und spürte die angenehme Kühle des Parkettbodens durch ihre dünne, beige Nylonstrumpfhose. Ein Seufzer der Erleichterung entwich ihr. Dieses Gefühl, dieses seidige, edle Gefühl an den Beinen war ihr kleiner, täglicher Luxus, ein Überbleibsel einer eleganteren Zeit, dass sie auch an ihre Töchter weitergegeben hatte.
„Mama? Bist du das?“, rief Emmas Stimme aus dem Wohnzimmer.
„Ja, Schatz, bin ich“, antwortete Lisa und ging hinein.
Ihre beiden Töchter saßen auf dem großen Sofa. Emma, 18, mit den wachen, intelligenten Augen ihrer Mutter, vertieft in einen Roman von Jane Austen. Rosi, 16, noch etwas verspielter, aber mit demselben entschlossenen Kinn, skizzierte in einem Notizbuch. Beide trugen enge Jeans, und Lisa wusste, dass darunter, genau wie bei ihr, hautfarbene Nylons glänzten – ein stilles, verbindendes Erbe.
„Wie war die Arbeit?“, fragte Emma, ohne aufzusehen.
„Anstrengend. Wie war die Schule?“
„Gut“, murmelte Rosi.
Die Stimmung war geladen. Lisa spürte es sofort. Sie setzte sich in ihren Lesesessel und strich sich über die Leinenhose, unter der sie die beige Strumpfhose fühlte.
„Also, äh...“, begann Emma und legte ihr Buch beiseite. „Da ist diese Feier. Am Freitag. Am Institut für Literaturwissenschaft. Lesung, Diskussion, anschließend Wein und Saft. Es klingt wirklich...“
„Nein“, unterbrach Lisa sie sanft, aber mit jenem endgültigen Ton, den ihre Töchter hassten.
„Aber Mama!“, platzte Rosi heraus. „Das ist nicht irgendeine Party! Professor Winter hält einen Vortrag über Hermann Hesse! Du magst doch Hesse?“
„Das hat nichts mit Hermann Hesse zu tun, Rosi“, seufzte Lisa. „Es geht um die Uhrzeit, um die Menschen, die ihr dort treffen werdet. Universitätsfeiern arten schnell aus. Ich kenne das.“
„Du kennst alles“, zischte Emma, und ihre Stimme bebte vor unterdrückter Wut. „Du weißt immer, was das Beste für uns ist. Immer! Wir sind nicht mehr fünf und sieben, Mama!“
„Genau deshalb sage ich nein. Mit fünfzehn und siebzehn...“
„Achtzehn und sechzehn!“, korrigierten sie sie im Chor, ihre Stimmen ein einziger, frustrierter Aufschrei.
Lisa spürte, wie ihre eigene Ungeduld hochkochte. Warum konnten sie nicht verstehen, dass sie sie nur beschützen wollte? Dass die Welt da draußen voller Fallstricke war, die sie, Lisa, am eigenen Leib erfahren hatte? Die frühe Schwangerschaft, die unerfüllten Träume, der Kampf, alles alleine zu schaffen zu müssen – das alles hatte sie durchgestanden, um ihren Töchtern ein besseres, sichereres Leben zu ermöglichen. Und doch schienen ihre Töchter alles zu tun, um sich genau in diese Gefahren zu stürzen.
„Die Antwort ist und bleibt nein“, sagte sie mit fester Stimme und stand auf. „Und damit basta. Ich mache uns jetzt etwas zu essen.“
Sie drehte sich um und ging in die Küche, ließ ihre beiden Töchter zurück, die sie mit Blicken voller Enttäuschung und Wut verfolgten.
Spät am Abend lagen Emma und Rosi in Emmas Zimmer. Das Licht war ausgeschaltet, nur der Mond warf ein blasses Quadrat auf den Boden.
„Sie behandelt uns immer noch wie Kinder“, flüsterte Rosi wütend in die Dunkelheit.
„Sie will einfach nicht einsehen, dass wir erwachsen werden“, antwortete Emma. Ihre Stimme war ruhig, aber hart. „Wir müssen ihr zeigen, dass wir unseren eigenen Willen haben. Dass wir auch Macht haben.“
„Welche Macht? Sie kontrolliert das Geld, das Auto, alles.“
Emma schwieg eine Weile. Dann sagte sie leise: „Weißt du noch, wie Papa sie immer um den Finger gewickelt hat?“
Rosi drehte sich zu ihr um. „Was meinst du?“
„Ich war klein, aber ich erinnere mich. Wenn er etwas von ihr wollte und sie sagte nein... dann hat er sie gekitzelt.“
Eine weitere Minute Stille. Dann ein langsames, begreifendes Lächeln in Rosis Stimme. „Stimmt. Ganz genau. Und sie konnte sich überhaupt nicht wehren. Sie ist war total kitzlig.“
„Besonders“, fuhr Emma fort, als würde sie eine alte, vergessene Aufzeichnung lesen, „wenn sie ihre beigen Nylonstrumpfhosen anhatte. Wenn sie von der Arbeit nach Hause kam und noch ihre Strumpfhose trug... dann war sie völlig wehrlos. Papa hat sie dann immer auf dem Sofa festgehalten, und sie hat gelacht, bis sie nicht mehr konnte. Und am Ende hat sie immer ja gesagt.“
„Glaubst du...?“, flüsterte Rosi, fast andächtig.
„Ja, das glaube ich“, sagte Emma entschlossen. „Wir müssen es versuchen. Wir müssen sie kitzeln, bis sie uns zuhört. Bis sie einsehen muss, dass sie nicht immer die Kontrolle haben kann.“
Ein Funke der Verschwörung zündete zwischen ihnen. Es war nicht nur Rache. Es war die Suche nach einer neuen Ebene in ihrer Beziehung. Eine Ebene, auf der sie nicht nur die kleinen Töchter, sondern ebenbürtige Gegnerinnen waren.
„Aber sie ist unsere Mutter“, gab Rosi bedächtig zu bedenken.
„Und sie behandelt uns wie unmündige Kinder“, konterte Emma. „Manchmal muss man die Regeln brechen, um neue zu schaffen. Morgen. Wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt.“
Der erste Angriff
Der nächste Tag verging in angespannter Erwartung. Lisa kam wie üblich gegen halb sieben nach Hause. Sie wirkte noch müder als sonst, ließ sich schwer in ihren Sessel fallen und schloss die Augen. Sie trug eine hellgraue Designer-Leinenhose und darunter, wie erhofft, ihre graue Nylonstrumpfhose. Die Schuhe hatte sie bereits ausgezogen.
Emma und Rosi tauschten einen Blick. Jetzt oder nie.
„Mama?“, sagte Emma leise und trat näher. „Kann ich dir die Füße massieren? Du siehst so erschöpft aus.“
Lisa öffnete misstrauisch die Augen. „Seit wann bietest du Fußmassagen an?“
„Seit ich sehe, wie kaputt du bist“, log Emma geschmeidig. Ohne eine Antwort abzuwarten, kniete sie sich vor den Sessel und packte sanft einen von Lisas nylonumhüllten Füßen.
„Emma, lass das“, sagte Lisa, aber es klang mehr nach müdem Protest als nach einem Befehl.
Rosi positionierte sich hinter dem Sessel, bereit, Lisas Arme notfalls festzuhalten.
Emma begann nicht mit einer Massage. Ihre Finger, schlank und stark wie die ihrer Mutter, fanden sofort die empfindlichste Stelle unter der Fußsohle, genau dort, wo der Nylonstoff sich über dem Fußgewölbe spannte.
Lisa zuckte so heftig zusammen, als hätte sie einen elektrischen Schlag erhalten. Ein ersticktes, glucksendes Lachen entfuhr ihr. „hahaha…. Ai…E-Emma! Nein!“
Aber Emma hörte nicht auf. Sie wechselte die Technik, ließ ihre Fingernägel leicht über den Nylonrücken des Fußes kratzen, ein unerträgliches, seidiges Kribbeln für Lisa.
„Sag ja zur Feier, Mama“, flüsterte Emma, während ihre Finger weitertanzten.
„hahaha.. Niemals!...hahahaha“, stiess Lisa zwischen verzweifelten Lachsalven hervor und versuchte, ihren Fuß zu befreien. Doch alles sich im Sessel winden und alle Versuche, ihren Fuß aus dem eisernen Griff von Emmas Hand zu befreien, nützt nichts. Dabei musste sie immer wieder durch das Kitzeln auf der Nylonstrumpfhose unter ihrer Fußsohle wahnsinnig lachen. Sie musste einsehen, dass sie nicht die Spur einer Chance hatte. Und je länger sie gekitzelt wurde, um so kitzliger wurde ihre Fußsohle durch die Nylonstrumpfhose.
Dann griff auch noch Rosi ein. Sie beugte sich von hinten über die Sessellehne und umschloss Lisas Handgelenke mit sanftem, aber bestimmtem Druck.
„Bitte, Mama?“, sagte Rosi süß.
Lisa war gefangen. Das irre Lachen, das sie nicht unterdrücken konnte, brach aus ihr heraus, heftig und unkontrolliert. „St-Stoppt das! …..Hahaha, Hahaha…..Sofort!“ Lisa bekam vor lauter Lachen ihren Protest nicht richtig artikuliert. Immer wenn sie anfing zu protestieren, verstärkte Emma ihr Kitzeln, woraufhin Lisa irre lachend in den Sessel zurückfiel und kein verständliches Wort mehr aus ihrem Mund herausbrachte.
„Erst wenn du ja sagst“, beharrte Emma und konzentrierte sich nun auf die höllisch kitzlige Stelle an der Ferse. Der graue Nylonstoff schien die Berührung zu vervielfachen, machte jedes Kitzelgefühl intensiver.
Lisa lachte, wand sich, Tränen traten ihr in die Augen. Sie war völlig wehrlos, genau wie damals. In diesem Moment war sie nicht die erfolgreiche Wirtschaftsingenieurin, nicht die strenge Mutter. Sie war nur ein hilfloses Bündel aus gekitzelt werden, vergeblichen Befreiungsversuchen und kindlichem Gelächter.
„Okay! Okay!“, japste sie schließlich, außer Atem und völlig aufgelöst. „Ihr könnt... ihr könnt hingehen!“
Emma ließ sofort los. Rosi ließ ihre Handgelenke frei.
Stille. Nur Lisas keuchender Atem war zu hören. Sie lag völlig zerzaust und mit rotem Gesicht in ihrem Sessel, die Beine noch immer in den malträtierten Nylons. Sie sah ihre Töchter an, die sie triumphierend, aber auch ein wenig schuldbewusst ansahen.
„Das... das war unerhört“, brachte Lisa schließlich hervor, aber ihre Stimme hatte jeden Biss verloren.
„Es hat funktioniert“, sagte Emma einfach. Ihre Augen funkelten.
Die neue Dynamik
Die Feier an der Uni war ein großer Erfolg. Professor Winters Vortrag war brillant, und die Mädchen kamen begeistert und unversehrt nach Hause. Lisa, die die ganze Zeit in Sorge verbracht hatte, atmete erleichtert auf. Aber etwas hatte sich verändert. Eine unausgesprochene Grenze war überschritten worden.
Einige Tage später, als Lisa wieder einmal ein Verbot aussprach – diesmal bezüglich eines Wochenendausflugs –, sahen sich Emma und Rosi nur an. Es war ein kurzer, wortloser Blick. Dann standen sie auf.
Lisa, die ihre Zeitung las, spürte die Bewegung und blickte auf. Sie sah die Entschlossenheit in den Augen ihrer Töchter. Langsam, fast theatralisch, legte sie die Zeitung beiseite.
„Versuchst du es schon wieder, uns alles zu verbieten?“, fragte Emma mit einem kleinen Lächeln.
„Es ist meine Pflicht als Mutter, nein zu sagen“, erwiderte Lisa, aber ihre Stimme zitterte leicht.
„Dann ist es unsere Pflicht als Töchter, dich davon zu überzeugen, dass du Unrecht hast“, sagte Rosi.
Sie griffen nicht sofort an. Sie umzingelten sie. Langsam. Lisa stand vom Sessel auf, ihr Herz klopfte schneller. Es war nicht nur Angst. Es war... Aufregung. Ein seltsames, verbotenes Kribbeln.
„Ihr werdet mich nicht...“, begann sie, aber da griff Emma zu. Nicht an die Füße, sondern an die Taille, genau dort, wo der Blazer sich öffnete und der Rand der Strumpfhose unter dem Hemd hervorschaute.
Lisa quietschte und wich zurück, direkt in Rosis Arme, die sie von hinten umfing. „Zusammenarbeit, Mama“, flüsterte Rosi ihr ins Ohr, während ihre Hände sich um Lisas Mittelteil schlossen und begannen, ein wildes, kitzelndes Tremolo auf ihren Rippen zu spielen.
Lisa war verloren. Sie lachte, kämpfte, aber der Ausgang war vorhersehbar. Sprechen konnte sie nicht, so kitzelte es. Befreien konnte sie sich auch nicht. Sie war durch das intensive Kitzeln viel zu schwach. Nach fünf Minuten hemmungslosen Lachens und Flehens gab sie nach. Wieder.
Es wurde fast schon zu einem Spiel. Mit einer neuen, seltsamen Form der Kommunikation. Emma und Rosi waren sehr erstaunt, wie kitzlig ihre Mutter wirklich war. Und wie ausgesprochen hilflos sie war, wenn sie an den Füßen in Nylonstrümpfen gekitzelt wurde.
Die Töchter hatten eine Waffe gefunden, und Lisa war machtlos dagegen. Doch zu ihrer eigenen Überraschung empfand sie nicht nur Hilflosigkeit. In diesen Momenten des kontrollierten Chaos, des kindischen Lachens und der körperlichen Verzweiflung fühlte sie eine Nähe zu ihren Töchtern, die es in den Jahren der Strenge und Kontrolle nicht gegeben hatte.
Die Revanche der Mutter
Doch Lisa hatte nicht nur eine Opferrolle. Sie war eine Kämpferin. Und sie kannte die Schwächen ihrer Töchter genau.
Eines Samstagnachmittags lagen Emma und Rosi gemeinsam auf dem Sofa, jede in ihre Bücher vertieft. Beide trugen enge Leggings, und Lisa wusste, dass darunter ihre geliebten hautfarbenen Nylons steckten. Sie hatten sich so sicher gefühlt und hatten sogar Socken darüber gezogen.
Lisa beobachtete sie aus der Küche heraus. Ein planvolles Lächeln spielte um ihre Lippen. Es war Zeit, den Spieß umzudrehen.
Sie schlich sich lautlos an. Sie trug selbst nur Socken, um kein Geräusch zu machen. Sie stand hinter der Couch und musterte ihre ahnungslosen Töchter.
Dann schlug sie zu.
Mit der Geschwindigkeit einer Schlange griff sie zu, zog beiden gleichzeitig die Socken von den Füßen und begann sofort, mit beiden Händen ein wahres Kitzelfeuerwerk auf den nun nur noch von den dünnen Nylonstrümpfen geschützten Fußsohlen zu entfachen.
Ein doppelter Aufschrei erschütterte das Wohnzimmer. Bücher flogen durch die Luft.
„MAMA!“, kreischte Emma und versuchte, ihre Füße wegzuziehen.
„Das ist nicht fair!“, rief Rosi, die sich schon vor Lachen krümmte.
„Oh, ich finde doch“, sagte Lisa mit einer Ruhe, die sie nicht fühlte. Ihre Arme hatte die Knöchel in einem eisernen Griff und ihre Finger waren gnadenlos. Sie kannte jede Stelle, jede winzige Zone, auf die die Töchter besonders empfindlich reagierten. „Ihr dachtet, ihr hättet das Monopol auf diese Art von Überredungskunst?“
Sie ließ ihre Fingernägel über Emmas Nylon-Fußsohle gleiten, während sie mit der anderen Hand Rosis Ferse bearbeitete. Das Gelächter ihrer Töchter war wie ein musikalisches Chaos, und Lisa lachte mit ihnen. Es war ein befreiendes, gemeinsames Lachen.
„Okay! Wir geben auf!“, rief Emma, außer Atem.
„Was gebt ihr auf?“, fragte Lisa und hörte nicht auf.
„Alles! Wir werden nie wieder dich kitzeln! Aber bitte… hör auf!“, japste Rosi.
Lisa hörte auf. Sie stand da, keuchte leicht, und sah ihre beiden Töchter an, die völlig entkräftet und mit roten Köpfen auf dem Sofa lagen. Die Machtverhältnisse hatten sich erneut verschoben.
„Das werdet ihr wohl auch nicht“, sagte sie lächelnd. „Aber von nun an gilt: Wer auch immer diese Waffe einsetzt, muss damit rechnen, dass sie gegen ihn verwendet wird.“
Ein neues Gleichgewicht
An diesem Abend saßen sie alle drei erschöpft, aber friedlich im Wohnzimmer. Eine Schüssel mit Popcorn stand zwischen ihnen. Das Gefühl der Rebellion war einer seltsamen Form des Respekts gewichen.
„Es tut mir leid, dass ich euch so sehr bevormunde“, sagte Lisa leise und blickte in die Flammen des Kamins. „Ich habe nur so große Angst, dass euch etwas passiert. Dass ihr die gleichen Fehler macht wie ich.“
„Wir sind nicht du, Mama“, sagte Emma sanft. „Und deine Fehler haben dich zu der starken Frau gemacht, die du bist. Die uns großgezogen hat.“
„Und wir sind auch stark“, fügte Rosi hinzu. „Weil wir von dir gelernt haben.“
Lisa lächelte, und in ihren Augen glitzerten Tränen. „Ich weiß. Und ihr habt mir heute... auf eure eigene, unmögliche Art... gezeigt, dass ich euch vertrauen kann.“
Sie schwiegen eine Weile.
„Weißt du“, sagte Lisa nachdenklich und strich sich über den seidigen Stoff ihrer eigenen Strumpfhose, „euer Vater... er hatte doch seine Fehler. Aber wenn er mich so gekitzelt hat... da habe ich mich auch geliebt gefühlt. Geliebt und lebendig.“
Emma und Rosi sahen sie an. Das war ein Teil ihrer Mutter, den sie so noch nie gesehen hatten.
„Vielleicht“, sagte Emma mit einem schelmischen Grinsen, „sollten wir das zu einer unserer neuen Familien-Traditionen machen. Anstatt zu streiten...“
„...kitzeln wir uns, bis einer nachgibt“, vollendete Rosi und kicherte.
Lisa lachte. Ein echtes, warmes Lachen. „Oh je. Was habe ich nur losgetreten?“
Sie wusste, dass die Zukunft nicht immer einfach sein würde. Es würde weiterhin Konflikte geben. Aber sie hatte jetzt eine neue Sprache mit ihren Töchtern gefunden. Eine Sprache, die aus Lachen, seidigen Stoffen und einer liebevollen Form der Kapitulation bestand. Sie waren nicht mehr nur Mutter und Töchter. Sie waren drei Frauen, die durch Liebe, Nylon und die gemeinsame Erkenntnis verbunden waren, dass man manchmal die Kontrolle verlieren muss, um etwas viel Wertvolleres zu gewinnen: Vertrauen und eine ganz besondere, kitzlige Art der Nähe.



