Der Funke der Rebellion (Part two of three)
Der Fremde im vertrauten Kreis
Es war ein ungewöhnlich lauer Herbstabend, als Lisa Ralf vorstellte. Sie hatten sich bei einem Philharmonie-Konzert kennengelernt, ein Konzert mit einem Dirigenten, der Gastsolist gewesen war.
Ralf, 42, war selbst kein Musiker, sondern ein erfolgreicher Anlageberater mit einem geschliffenen Auftreten und einem Charme, der so glatt wie seine Seidenkrawatte war.
„Mädels, das ist Ralf“, sagte Lisa, und in ihren Augen lag ein Glanz, den ihre Töchter seit Jahren nicht mehr gesehen hatten. Eine Mischung aus Nervosität und Verliebtheit.
Ralf reichte Emma und Rosi höflich die Hand. „Die berühmten Töchter. Eure Mutter hat nur Gutes über euch erzählt.“ Seine Stimme war tief, sein Händedruck fest. Doch seine Augen blieben kühl, musterten sie mit einer distanzierten Neugier, die sofort Widerstand in ihnen auslöste.
Lisa hatte noch ihr Bürooutfit an. Eine hellgraue gebügelte Leinenhose, hellgraue Nylonstrumpfhose und ihre knallroten, hochhackigen Riemchenpumps. Die Innenseite war von den Zehen bis zum Knöchel ausgeschnitten und gab so von innen her die gesamte Fußsohle frei, die von einer dünnen Nylonschicht bedeckt war.
Das Dinner verlief höflich, aber angespannt. Ralf sprach viel, dominierte das Gespräch mit Anekdoten aus der Geschäftswelt, und wenn Lisa etwas sagen wollte, unterbrach er sie oft mit einem „Ach, Schatzi, das verstehst du nicht, das ist komplizierte Logik eines Bankers.“ Emma und Rosi sahen, wie ihre Mutter, sonst so selbstbewusst, klein beigab und lächelte.
Dann passierte es. Lisa stand auf, um den Nachtisch zu holen. Sie glitt fast auf einem kleinen Stück Butter aus, das eine ihrer Töchter beim Raustragen der Abendbrotteller verloren hatte. Da sie jetzt dadurch ein bisschen Butter unter ihren Ledersohlen verteilt hatte, machte das ihre roten Riemchenpumps furchtbar rutschig.
Als sie an Ralf vorbeiging, legte er lässig einen Arm um ihre Hüfte und ließ seine Finger, fast beiläufig, in ihre Taille greifen – genau an die Stelle, die durch den feinen Stoff ihrer Leinenhose und der darunterliegenden Nylonstrumpfhose so empfindlich war.
Lisa zuckte zusammen und ihr entwich einem gequältes, leises Kichern. „Ralf, bitte nicht hier.“ Durch ihre rutschigen Ledersohlen hatte sie auf dem Parkettboden keinen Halt, um sich von Ralf zu befreien.
„Ach, komm schon, Lisachen“, lachte er und zog sie näher zu sich. „Du bist doch so süß, wenn du kicherst.“ Seine Finger kraulten nun fester an ihrer Seite, und Lisa, gefangen in seinem Griff, lachte verlegen und hilflos. „hahahaha, hör auf... die Mädels...“
Emma und Rosi erstarrten. Das war nicht ihr Spiel. Das war nicht das liebevolle, rebellische Kitzeln, das sie etabliert hatten. Das war Besitzergreifung. Demütigung. Sie sahen, wie ihre Mutter die Kontrolle verlor, nicht aus Spaß, sondern weil ein Fremder sie ihr nahm. Und sie sahen etwas in Ralfs Augen aufblitzen, dass sie erschaudern ließ: Befriedigung.
Die Eifersucht und die Ohnmacht
Ralf wurde ein fester Bestandteil in Lisas Leben. Er verbrachte immer mehr Abende in ihrer Wohnung, und mit ihm zog eine unangenehme Atmosphäre ein.
Eines Abends saßen sie alle im Wohnzimmer. Lisa, in einer eleganten dunkelgrauen Nylonstrumpfhose und einem Rollkragenpullover, las. Emma und Rosi spielten Schach. Ralf trank einen Whiskey und beobachtete sie.
„Na, mein Schatz“, sagte er zu Lisa und tätschelte ihre Hand. „Die Kleinen machen sich ja ganz gut. Fast wie richtige Erwachsene.“
Emma biss sich auf die Lippe. „Wir sind Erwachsene, Ralf.“
„Ach, mit achtzehn und sechzehn?“ Er lachte spöttisch. „Ihr habt doch keine Ahnung vom Leben.“ Sein Blick wanderte zu Lisa. „Nicht wahr, Lisa? Die haben doch keine Ahnung, was es heißt, Verantwortung zu tragen.“
Lisa sah unsicher von einem zum anderen. „Ralf, das ist nicht nötig...“
„Doch, ist es“, unterbrach er sie und grinste sie an. Dann, ohne Vorwarnung, griff er zu. Er packte sie an den Schultern, drehte sie zu sich und begann, mit seinen starken, breiten Händen gnadenlos ihre Rippen zu kitzeln, durch den Pullover und die Nylonstrumpfhose hindurch.
„Hahahaha…Ralf, NEIN!“, rief Lisa, aber ihr Protest erstarb in einem Strom hektischen, gequälten Lachens. Sie versuchte, sich zu wehren, aber er war ihr körperlich haushoch überlegen.
„Siehst du?“, lachte er, während er weitermachte. „Ganz das kleine, hilflose Mädchen noch. Braucht einen starken Mann, der es in Schach hält.“
Emma und Rosi sprangen auf. „Lass sie los!“, rief Emma mit bebender Stimme.
Ralf ignorierte sie. Er kitzelte Lisa weiter, bis sie atemlos, mit tränenden Augen und völlig zerzaust auf dem Sofa zusammenbrach. Dann ließ er sie los und tätschelte ihr den Kopf. „So, mein Schatz. Jetzt bist du wieder brav.“
Lisa wischte sich die Tränen aus den Augen, ihr Gesicht war rot vor Scham und Anstrengung. Sie wagte nicht, ihre Töchter anzusehen.
In dieser Nacht weinte Rosi leise in ihr Kissen. „Er tut ihr weh, Emma. Nicht körperlich, aber... er bricht sie.“
„Und sie lässt es zu“, flüsterte Emma voller Wut und Ohnmacht. „Warum wehrt sie sich nicht?“
„Weil sie es nicht kann. Sie ist gegen ihn genauso wehrlos wie sie damals gegen uns war. Nur... es ist nicht liebevoll.“
Der verbotene Raum
Die Situation eskalierte an einem Samstagmorgen. Lisa hatte Pfannkuchen gemacht, eine liebgewonnene Wochenendtradition. Sie trug einen weiten Kaschmirpullover und eine ihrer liebsten beigen Nylonstrumpfhosen unter ihrer Jogginghose. Die Stimmung war zunächst entspannt.
Dann brachte Ralf das Thema Führerschein zur Sprache. „Also, Emma, ich habe mit deiner Mutter gesprochen. Ich finde, du solltest noch ein Jahr mit dem Führerschein warten. Du bist zu unerfahren.“
Emma erstarrte. „Das haben Mama und ich doch schon besprochen. Ich fange im Frühjahr an.“
„Nein, wirst du nicht“, sagte Ralf lässig und biss in einen Pfannkuchen. „Das ist zu gefährlich. Ende der Diskussion.“
„Du hast uns gar nichts zu sagen!“, fuhr Rosi dazwischen.
Ralfs Lächeln gefror. Er sah Lisa an. „Hör mal, Lisa. Wenn du deine Töchter nicht unter Kontrolle bekommst, dann muss ich das wohl übernehmen.“ Er schaute böse auf Lisa.
Bevor Lisa etwas erwidern konnte, stand er auf, trat hinter ihren Stuhl und packte sie von hinten. Seine Hände glitten unter Lisas Arme, direkt auf die ultraempfindlichen Stellen an ihren Seiten.
„Ralf, lass das!“, rief Lisa, aber es war zu spät. Er kitzelte sie erbarmungslos, rücksichtslos. Ihr Lachen war hysterisch, panisch. Sie rutschte vom Stuhl, fiel fast zu Boden, aber er hielt sie fest, lachte über ihre verzweifelten Versuche, sich zu befreien und ihr verzweifeltes, irres Lachen.
„Sag ihnen, wer hier das Sagen hat, Lisachen!“, forderte er sie auf, während seine Finger ihre Hilflosigkeit ausnutzten.
„Hahahaha, ….Hör... auf...“, brachte sie mühsam hervor.
Emma und Rosi konnten nicht mehr zusehen. Sie stürzten sich auf Ralf, zerrten an seinen Armen. „Hören auf! Du quälst sie ja!“
Mit einem Ruck schüttelte er sie ab. „Verschwindet! Das geht euch nichts an! Das ist zwischen mir und eurer Mutter!“
In diesem Moment, gefangen, gedemütigt und von ihren Töchtern befreit, brach Lisa zusammen. Sie weinte, atemlose, schluchzende Tränen der Scham und Ohnmacht. Sie kauerte sich auf den Boden, die Knie an die Brust gezogen, ihr Gesicht in den Händen vergraben. Die beige Strumpfhose war an den Knien zerrissen.
Ralf stand da, puterrot vor Wut, und richtete seine Krawatte. „Siehst du, was du aus deinen Töchtern gemacht hast? Unverschämte Gören.“
Dann verließ er wutentbrannt die Wohnung.
Stille. Nur Lisas Schluchzen war zu hören. Emma und Rosi knieten sich neben sie, legten schützend die Arme um sie.
„Es tut mir leid“, flüsterte Lisa immer wieder. „Es tut mir so leid.“
„Wofür, Mama?“, fragte Emma sanft. „Dafür, dass du dich nicht wehren konntest?“
„Nein“, schluchzte Lisa. „Dass ihr das mit ansehen musstet. Dass ich mich so schwach und wehrlos seht.“
„Du bist nicht schwach“, sagte Rosi entschlossen und strich ihrer Mutter über das Haar. „Er ist nur ein Tyrann. Und Tyrannen nutzen die Schwächen anderer aus.“
Die verbündeten Töchter
Dieser Vorfall war ein Wendepunkt. Die Scham wich einem kalten, gemeinsamen Zorn. Lisa erkannte endlich, was sie ihren Töchtern monatelang zugemutet hatte. Sie sah Ralf mit ihren Augen – nicht als charmanten Verehrer, sondern als Kontrollfreak, der ihre Familie auseinanderriss.
An diesem Abend saßen sie zu dritt auf dem Sofa, mit Tee und Decken. Lisa hatte sich umgezogen, trug jetzt eine einfache Jogginghose. Die zerrissene Nylonstrumpfhose lag wie ein Kriegerdenkmal auf dem Stuhl.
„Er darf nie wieder hierher kommen“, sagte Lisa mit fester Stimme. Es war keine Bitte, es war eine Feststellung.
„Und wie willst du das verhindern?“, fragte Emma pragmatisch. „Wenn er kommt, lässt du ihn rein. Und wenn er dich dann wieder... packt, bist du machtlos.“
Lisa senkte den Kopf. Es war die Wahrheit.
Dann sah Rosi auf. Ihre Augen leuchteten auf. „Wir sind nicht machtlos.“
„Was meinst du?“, fragte Lisa.
„Er nutzt deine Schwäche aus. Aber er hat auch eine Schwäche. Er hasst es, nicht ernst genommen zu werden. Er hasst es, wenn die Kontrolle entgleitet.“
Emma verstand sofort. Ein langsames, böses Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Du meinst... wir geben ihm einen Geschmack seiner eigenen Medizin?“
„Wir können ihn nicht körperlich angreifen“, sagte Lisa schnell.
„Das müssen wir auch nicht“, erklärte Rosi. „Aber wir können ihn bloßstellen. Wir können ihm zeigen, dass wir drei ein Team sind, das er nicht brechen kann. Und wir können dir zeigen, wie du dich wehren kannst.“
Sie entwickelten einen Plan. Es war ein riskanter, fast kindischer Plan, aber er war ihre einzige Waffe.
Die Schlacht um die Mutter
Ralf kam zwei Tage später, unangekündigt, wie es seine Gewohnheit geworden war. Er klingelte sturm. Lisa, die von ihren Töchtern ermutigt worden war, öffnete nicht. Sie sah durch den Spion und rief: „Ralf, ich möchte nicht, dass du hereinkommst. Es ist aus.“
Er wurde wütend. „Lisa! Mach sofort die Tür auf! Das ist albern!“
„Geh weg, Ralf.“
Seine Stimme wurde gefährlich leise. „Wenn du nicht aufmachst, stehe ich hier so lange, bis die Nachbarn die Polizei rufen.“
Lisa zögerte. Die Angst überkam sie wieder. Sie blickte zu ihren Töchtern, die hinter ihr standen und ihr zunickten. Sie atmete tief durch und öffnete die Tür einen Spalt.
Ralf drängte sich sofort herein. „Also, was soll dieser Blödsinn?“
In diesem Moment traten Emma und Rosi aus dem Schatten des Flurs. Sie waren nicht wütend. Sie lächelten. Und sie warteten schon auf Ralf.
„Ralf“, begann Emma höflich. „Du musst gehen. Meine Mutter will dich nicht mehr sehen.“ „Das kann sie mir selbst sagen“, fauchte er und ging auf Lisa zu.
Das war das Zeichen.
Wie ein gut einstudiertes Ballett agierten sie. Rosi warf sich mit ihrem ganzen Gewicht gegen die Wohnungstür, sodass sie zuschlug und klickte – er war eingesperrt. Emma stellte sich schützend vor ihre Mutter.
Ralf lachte verächtlich. „Was wollt ihr tun, ihr Kinder?“ „Das“, sagte Emma, „werden Sie gleich sehen.“ Emma dachte an ihren Plan.
Sie sah Lisa an. „Mama. Er hat nur Macht über dich, weil du dich wehrlos fühlst. Aber du bist es nicht. Wir sind hier. Deine Töchter. Wir kitzeln ihn gemeinsam.“
Lisa starrte sie an, ungläubig. „Was?“ „Du weißt, wie es geht. Du hast es bei uns oft genug gemacht. Zeig ihm, dass du nicht sein ‚Lisachen‘ bist. Dass du Lisa bist. Unsere Mutter. Und wir helfen dir.“
Ralf lachte lauthals. „Das ist lächerlich!“
Doch in Lisas Augen kam ein neuer Funke zum Vorschein. Der Funke der Mutterbärin, die ihre Jungen verteidigt. Der Funke der Frau, die genug hatte.
Alle drei nahmen all ihren Mut zusammen und traten auf ihn zu. „Du hast recht, Ralf. Es ist lächerlich. Lächerlich, dass ich dich so lange ertragen habe.“
Bevor er reagieren konnte, streckten sie ihre Hände aus und sechs kribbelnde Finger begannen Ralf zu kitzeln. Nicht mit roher Kraft, sondern mit der präzisen Kenntnis einer selbst Kitzligen, an seinen Seiten, über seine Rippen – dort, wo sein teures Hemd über einem kleinen Wohlstandsbauch spannte.
Ralf zuckte überrascht zusammen. Ein unerwartetes, unwilliges Kichern entfuhr ihm. „Hör auf damit!“
„Warum?“, fragte Lisa, und ihre Stimme war jetzt fest. „Du magst es doch, wenn man lacht.“ Sie kitzelten weiter, konzentrierte sich auf die Stellen unter seinen Armen, die sie bei sich selbst so effektiv gefunden hatte.
Ralfs Lachen wurde hektischer. Er war völlig unvorbereitet. Das war nicht seine Strategie. Sie umringten ihn, nicht um ihn festzuhalten, sondern um ihn zu irritieren, ihn zu umzingeln. Rosi kitzelte ihn von der anderen Seite, ein leichtes, nervtötendes Trommeln auf seinen Rücken.
„Das ist... unerhört!“, keuchte Ralf und wich zurück, direkt gegen die zugeschlagene Tür. Sein Gesicht war rot vor Überraschung, Wut und unwillkürlicher Heiterkeit. Er war der Lächerlichkeit preisgegeben. Der große, kontrollierende Ralf, gekitzelt von drei Frauen, von denen er eine für völlig wehrlos gehalten hatte. Und das Kitzeln wurde schlimmer. Er konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten.
Nicht bemerkt hatte er, dass Rosi das Ganze mit ihrem Handy filmte. Wie er zu Boden ging, sich hilflos lachend auf dem Boden wälzte und völlig die Kontrolle verloren hatte.
Sie kitzelten Ralf noch weitere fünf Minuten. Zu keiner Zeite konnte er die Kontrolle zurückgewinnen. Danach, Ralf lag noch immer völlig außer Atem auf dem Boden, Sprach Emma zu ihm: „Ralf, du gehst jetzt. Und wir wollen dich hier niemals wiedersehen. Wie du sicher bemerkt hast, hat Rosi alles gefilmt. Solltest du jemals hier wieder auftauchen, schicken wir diese Videos an alle deine Freunde, deine Berufskollegen und deine Familie. Du kannst die sicher denken, was dann passiert.“
Lisa atmete schwer. Sie war keine Amazone. Sie war eine zitternde, aber siegreiche Mutter.
Ralfs Gesicht erstarrte. Die Demütigung war perfekt. Er richtete sich auf, glättete sein Hemd, sein Blick war eisig. Ohne ein Wort drehte er sich um, öffnete die Tür und verschwand.
Die Tür fiel ins Schloss. Eine atemberaubende Stille folgte. Dann, langsam, begann Lisa zu lachen. Ein glückliches, befreiendes Lachen, das in ein Weinen der Erleichterung überging. Emma und Rosi fielen ihr in die Arme, und sie umarmten sich alle drei, ein unzerstörbarer Dreiklang aus Liebe und gemeinsamer Stärke.
Sie hatten gekämpft. Nicht mit Fausten, sondern mit Überlegung.
Der Fremde im vertrauten Kreis
Es war ein ungewöhnlich lauer Herbstabend, als Lisa Ralf vorstellte. Sie hatten sich bei einem Philharmonie-Konzert kennengelernt, ein Konzert mit einem Dirigenten, der Gastsolist gewesen war.
Ralf, 42, war selbst kein Musiker, sondern ein erfolgreicher Anlageberater mit einem geschliffenen Auftreten und einem Charme, der so glatt wie seine Seidenkrawatte war.
„Mädels, das ist Ralf“, sagte Lisa, und in ihren Augen lag ein Glanz, den ihre Töchter seit Jahren nicht mehr gesehen hatten. Eine Mischung aus Nervosität und Verliebtheit.
Ralf reichte Emma und Rosi höflich die Hand. „Die berühmten Töchter. Eure Mutter hat nur Gutes über euch erzählt.“ Seine Stimme war tief, sein Händedruck fest. Doch seine Augen blieben kühl, musterten sie mit einer distanzierten Neugier, die sofort Widerstand in ihnen auslöste.
Lisa hatte noch ihr Bürooutfit an. Eine hellgraue gebügelte Leinenhose, hellgraue Nylonstrumpfhose und ihre knallroten, hochhackigen Riemchenpumps. Die Innenseite war von den Zehen bis zum Knöchel ausgeschnitten und gab so von innen her die gesamte Fußsohle frei, die von einer dünnen Nylonschicht bedeckt war.
Das Dinner verlief höflich, aber angespannt. Ralf sprach viel, dominierte das Gespräch mit Anekdoten aus der Geschäftswelt, und wenn Lisa etwas sagen wollte, unterbrach er sie oft mit einem „Ach, Schatzi, das verstehst du nicht, das ist komplizierte Logik eines Bankers.“ Emma und Rosi sahen, wie ihre Mutter, sonst so selbstbewusst, klein beigab und lächelte.
Dann passierte es. Lisa stand auf, um den Nachtisch zu holen. Sie glitt fast auf einem kleinen Stück Butter aus, das eine ihrer Töchter beim Raustragen der Abendbrotteller verloren hatte. Da sie jetzt dadurch ein bisschen Butter unter ihren Ledersohlen verteilt hatte, machte das ihre roten Riemchenpumps furchtbar rutschig.
Als sie an Ralf vorbeiging, legte er lässig einen Arm um ihre Hüfte und ließ seine Finger, fast beiläufig, in ihre Taille greifen – genau an die Stelle, die durch den feinen Stoff ihrer Leinenhose und der darunterliegenden Nylonstrumpfhose so empfindlich war.
Lisa zuckte zusammen und ihr entwich einem gequältes, leises Kichern. „Ralf, bitte nicht hier.“ Durch ihre rutschigen Ledersohlen hatte sie auf dem Parkettboden keinen Halt, um sich von Ralf zu befreien.
„Ach, komm schon, Lisachen“, lachte er und zog sie näher zu sich. „Du bist doch so süß, wenn du kicherst.“ Seine Finger kraulten nun fester an ihrer Seite, und Lisa, gefangen in seinem Griff, lachte verlegen und hilflos. „hahahaha, hör auf... die Mädels...“
Emma und Rosi erstarrten. Das war nicht ihr Spiel. Das war nicht das liebevolle, rebellische Kitzeln, das sie etabliert hatten. Das war Besitzergreifung. Demütigung. Sie sahen, wie ihre Mutter die Kontrolle verlor, nicht aus Spaß, sondern weil ein Fremder sie ihr nahm. Und sie sahen etwas in Ralfs Augen aufblitzen, dass sie erschaudern ließ: Befriedigung.
Die Eifersucht und die Ohnmacht
Ralf wurde ein fester Bestandteil in Lisas Leben. Er verbrachte immer mehr Abende in ihrer Wohnung, und mit ihm zog eine unangenehme Atmosphäre ein.
Eines Abends saßen sie alle im Wohnzimmer. Lisa, in einer eleganten dunkelgrauen Nylonstrumpfhose und einem Rollkragenpullover, las. Emma und Rosi spielten Schach. Ralf trank einen Whiskey und beobachtete sie.
„Na, mein Schatz“, sagte er zu Lisa und tätschelte ihre Hand. „Die Kleinen machen sich ja ganz gut. Fast wie richtige Erwachsene.“
Emma biss sich auf die Lippe. „Wir sind Erwachsene, Ralf.“
„Ach, mit achtzehn und sechzehn?“ Er lachte spöttisch. „Ihr habt doch keine Ahnung vom Leben.“ Sein Blick wanderte zu Lisa. „Nicht wahr, Lisa? Die haben doch keine Ahnung, was es heißt, Verantwortung zu tragen.“
Lisa sah unsicher von einem zum anderen. „Ralf, das ist nicht nötig...“
„Doch, ist es“, unterbrach er sie und grinste sie an. Dann, ohne Vorwarnung, griff er zu. Er packte sie an den Schultern, drehte sie zu sich und begann, mit seinen starken, breiten Händen gnadenlos ihre Rippen zu kitzeln, durch den Pullover und die Nylonstrumpfhose hindurch.
„Hahahaha…Ralf, NEIN!“, rief Lisa, aber ihr Protest erstarb in einem Strom hektischen, gequälten Lachens. Sie versuchte, sich zu wehren, aber er war ihr körperlich haushoch überlegen.
„Siehst du?“, lachte er, während er weitermachte. „Ganz das kleine, hilflose Mädchen noch. Braucht einen starken Mann, der es in Schach hält.“
Emma und Rosi sprangen auf. „Lass sie los!“, rief Emma mit bebender Stimme.
Ralf ignorierte sie. Er kitzelte Lisa weiter, bis sie atemlos, mit tränenden Augen und völlig zerzaust auf dem Sofa zusammenbrach. Dann ließ er sie los und tätschelte ihr den Kopf. „So, mein Schatz. Jetzt bist du wieder brav.“
Lisa wischte sich die Tränen aus den Augen, ihr Gesicht war rot vor Scham und Anstrengung. Sie wagte nicht, ihre Töchter anzusehen.
In dieser Nacht weinte Rosi leise in ihr Kissen. „Er tut ihr weh, Emma. Nicht körperlich, aber... er bricht sie.“
„Und sie lässt es zu“, flüsterte Emma voller Wut und Ohnmacht. „Warum wehrt sie sich nicht?“
„Weil sie es nicht kann. Sie ist gegen ihn genauso wehrlos wie sie damals gegen uns war. Nur... es ist nicht liebevoll.“
Der verbotene Raum
Die Situation eskalierte an einem Samstagmorgen. Lisa hatte Pfannkuchen gemacht, eine liebgewonnene Wochenendtradition. Sie trug einen weiten Kaschmirpullover und eine ihrer liebsten beigen Nylonstrumpfhosen unter ihrer Jogginghose. Die Stimmung war zunächst entspannt.
Dann brachte Ralf das Thema Führerschein zur Sprache. „Also, Emma, ich habe mit deiner Mutter gesprochen. Ich finde, du solltest noch ein Jahr mit dem Führerschein warten. Du bist zu unerfahren.“
Emma erstarrte. „Das haben Mama und ich doch schon besprochen. Ich fange im Frühjahr an.“
„Nein, wirst du nicht“, sagte Ralf lässig und biss in einen Pfannkuchen. „Das ist zu gefährlich. Ende der Diskussion.“
„Du hast uns gar nichts zu sagen!“, fuhr Rosi dazwischen.
Ralfs Lächeln gefror. Er sah Lisa an. „Hör mal, Lisa. Wenn du deine Töchter nicht unter Kontrolle bekommst, dann muss ich das wohl übernehmen.“ Er schaute böse auf Lisa.
Bevor Lisa etwas erwidern konnte, stand er auf, trat hinter ihren Stuhl und packte sie von hinten. Seine Hände glitten unter Lisas Arme, direkt auf die ultraempfindlichen Stellen an ihren Seiten.
„Ralf, lass das!“, rief Lisa, aber es war zu spät. Er kitzelte sie erbarmungslos, rücksichtslos. Ihr Lachen war hysterisch, panisch. Sie rutschte vom Stuhl, fiel fast zu Boden, aber er hielt sie fest, lachte über ihre verzweifelten Versuche, sich zu befreien und ihr verzweifeltes, irres Lachen.
„Sag ihnen, wer hier das Sagen hat, Lisachen!“, forderte er sie auf, während seine Finger ihre Hilflosigkeit ausnutzten.
„Hahahaha, ….Hör... auf...“, brachte sie mühsam hervor.
Emma und Rosi konnten nicht mehr zusehen. Sie stürzten sich auf Ralf, zerrten an seinen Armen. „Hören auf! Du quälst sie ja!“
Mit einem Ruck schüttelte er sie ab. „Verschwindet! Das geht euch nichts an! Das ist zwischen mir und eurer Mutter!“
In diesem Moment, gefangen, gedemütigt und von ihren Töchtern befreit, brach Lisa zusammen. Sie weinte, atemlose, schluchzende Tränen der Scham und Ohnmacht. Sie kauerte sich auf den Boden, die Knie an die Brust gezogen, ihr Gesicht in den Händen vergraben. Die beige Strumpfhose war an den Knien zerrissen.
Ralf stand da, puterrot vor Wut, und richtete seine Krawatte. „Siehst du, was du aus deinen Töchtern gemacht hast? Unverschämte Gören.“
Dann verließ er wutentbrannt die Wohnung.
Stille. Nur Lisas Schluchzen war zu hören. Emma und Rosi knieten sich neben sie, legten schützend die Arme um sie.
„Es tut mir leid“, flüsterte Lisa immer wieder. „Es tut mir so leid.“
„Wofür, Mama?“, fragte Emma sanft. „Dafür, dass du dich nicht wehren konntest?“
„Nein“, schluchzte Lisa. „Dass ihr das mit ansehen musstet. Dass ich mich so schwach und wehrlos seht.“
„Du bist nicht schwach“, sagte Rosi entschlossen und strich ihrer Mutter über das Haar. „Er ist nur ein Tyrann. Und Tyrannen nutzen die Schwächen anderer aus.“
Die verbündeten Töchter
Dieser Vorfall war ein Wendepunkt. Die Scham wich einem kalten, gemeinsamen Zorn. Lisa erkannte endlich, was sie ihren Töchtern monatelang zugemutet hatte. Sie sah Ralf mit ihren Augen – nicht als charmanten Verehrer, sondern als Kontrollfreak, der ihre Familie auseinanderriss.
An diesem Abend saßen sie zu dritt auf dem Sofa, mit Tee und Decken. Lisa hatte sich umgezogen, trug jetzt eine einfache Jogginghose. Die zerrissene Nylonstrumpfhose lag wie ein Kriegerdenkmal auf dem Stuhl.
„Er darf nie wieder hierher kommen“, sagte Lisa mit fester Stimme. Es war keine Bitte, es war eine Feststellung.
„Und wie willst du das verhindern?“, fragte Emma pragmatisch. „Wenn er kommt, lässt du ihn rein. Und wenn er dich dann wieder... packt, bist du machtlos.“
Lisa senkte den Kopf. Es war die Wahrheit.
Dann sah Rosi auf. Ihre Augen leuchteten auf. „Wir sind nicht machtlos.“
„Was meinst du?“, fragte Lisa.
„Er nutzt deine Schwäche aus. Aber er hat auch eine Schwäche. Er hasst es, nicht ernst genommen zu werden. Er hasst es, wenn die Kontrolle entgleitet.“
Emma verstand sofort. Ein langsames, böses Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Du meinst... wir geben ihm einen Geschmack seiner eigenen Medizin?“
„Wir können ihn nicht körperlich angreifen“, sagte Lisa schnell.
„Das müssen wir auch nicht“, erklärte Rosi. „Aber wir können ihn bloßstellen. Wir können ihm zeigen, dass wir drei ein Team sind, das er nicht brechen kann. Und wir können dir zeigen, wie du dich wehren kannst.“
Sie entwickelten einen Plan. Es war ein riskanter, fast kindischer Plan, aber er war ihre einzige Waffe.
Die Schlacht um die Mutter
Ralf kam zwei Tage später, unangekündigt, wie es seine Gewohnheit geworden war. Er klingelte sturm. Lisa, die von ihren Töchtern ermutigt worden war, öffnete nicht. Sie sah durch den Spion und rief: „Ralf, ich möchte nicht, dass du hereinkommst. Es ist aus.“
Er wurde wütend. „Lisa! Mach sofort die Tür auf! Das ist albern!“
„Geh weg, Ralf.“
Seine Stimme wurde gefährlich leise. „Wenn du nicht aufmachst, stehe ich hier so lange, bis die Nachbarn die Polizei rufen.“
Lisa zögerte. Die Angst überkam sie wieder. Sie blickte zu ihren Töchtern, die hinter ihr standen und ihr zunickten. Sie atmete tief durch und öffnete die Tür einen Spalt.
Ralf drängte sich sofort herein. „Also, was soll dieser Blödsinn?“
In diesem Moment traten Emma und Rosi aus dem Schatten des Flurs. Sie waren nicht wütend. Sie lächelten. Und sie warteten schon auf Ralf.
„Ralf“, begann Emma höflich. „Du musst gehen. Meine Mutter will dich nicht mehr sehen.“ „Das kann sie mir selbst sagen“, fauchte er und ging auf Lisa zu.
Das war das Zeichen.
Wie ein gut einstudiertes Ballett agierten sie. Rosi warf sich mit ihrem ganzen Gewicht gegen die Wohnungstür, sodass sie zuschlug und klickte – er war eingesperrt. Emma stellte sich schützend vor ihre Mutter.
Ralf lachte verächtlich. „Was wollt ihr tun, ihr Kinder?“ „Das“, sagte Emma, „werden Sie gleich sehen.“ Emma dachte an ihren Plan.
Sie sah Lisa an. „Mama. Er hat nur Macht über dich, weil du dich wehrlos fühlst. Aber du bist es nicht. Wir sind hier. Deine Töchter. Wir kitzeln ihn gemeinsam.“
Lisa starrte sie an, ungläubig. „Was?“ „Du weißt, wie es geht. Du hast es bei uns oft genug gemacht. Zeig ihm, dass du nicht sein ‚Lisachen‘ bist. Dass du Lisa bist. Unsere Mutter. Und wir helfen dir.“
Ralf lachte lauthals. „Das ist lächerlich!“
Doch in Lisas Augen kam ein neuer Funke zum Vorschein. Der Funke der Mutterbärin, die ihre Jungen verteidigt. Der Funke der Frau, die genug hatte.
Alle drei nahmen all ihren Mut zusammen und traten auf ihn zu. „Du hast recht, Ralf. Es ist lächerlich. Lächerlich, dass ich dich so lange ertragen habe.“
Bevor er reagieren konnte, streckten sie ihre Hände aus und sechs kribbelnde Finger begannen Ralf zu kitzeln. Nicht mit roher Kraft, sondern mit der präzisen Kenntnis einer selbst Kitzligen, an seinen Seiten, über seine Rippen – dort, wo sein teures Hemd über einem kleinen Wohlstandsbauch spannte.
Ralf zuckte überrascht zusammen. Ein unerwartetes, unwilliges Kichern entfuhr ihm. „Hör auf damit!“
„Warum?“, fragte Lisa, und ihre Stimme war jetzt fest. „Du magst es doch, wenn man lacht.“ Sie kitzelten weiter, konzentrierte sich auf die Stellen unter seinen Armen, die sie bei sich selbst so effektiv gefunden hatte.
Ralfs Lachen wurde hektischer. Er war völlig unvorbereitet. Das war nicht seine Strategie. Sie umringten ihn, nicht um ihn festzuhalten, sondern um ihn zu irritieren, ihn zu umzingeln. Rosi kitzelte ihn von der anderen Seite, ein leichtes, nervtötendes Trommeln auf seinen Rücken.
„Das ist... unerhört!“, keuchte Ralf und wich zurück, direkt gegen die zugeschlagene Tür. Sein Gesicht war rot vor Überraschung, Wut und unwillkürlicher Heiterkeit. Er war der Lächerlichkeit preisgegeben. Der große, kontrollierende Ralf, gekitzelt von drei Frauen, von denen er eine für völlig wehrlos gehalten hatte. Und das Kitzeln wurde schlimmer. Er konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten.
Nicht bemerkt hatte er, dass Rosi das Ganze mit ihrem Handy filmte. Wie er zu Boden ging, sich hilflos lachend auf dem Boden wälzte und völlig die Kontrolle verloren hatte.
Sie kitzelten Ralf noch weitere fünf Minuten. Zu keiner Zeite konnte er die Kontrolle zurückgewinnen. Danach, Ralf lag noch immer völlig außer Atem auf dem Boden, Sprach Emma zu ihm: „Ralf, du gehst jetzt. Und wir wollen dich hier niemals wiedersehen. Wie du sicher bemerkt hast, hat Rosi alles gefilmt. Solltest du jemals hier wieder auftauchen, schicken wir diese Videos an alle deine Freunde, deine Berufskollegen und deine Familie. Du kannst die sicher denken, was dann passiert.“
Lisa atmete schwer. Sie war keine Amazone. Sie war eine zitternde, aber siegreiche Mutter.
Ralfs Gesicht erstarrte. Die Demütigung war perfekt. Er richtete sich auf, glättete sein Hemd, sein Blick war eisig. Ohne ein Wort drehte er sich um, öffnete die Tür und verschwand.
Die Tür fiel ins Schloss. Eine atemberaubende Stille folgte. Dann, langsam, begann Lisa zu lachen. Ein glückliches, befreiendes Lachen, das in ein Weinen der Erleichterung überging. Emma und Rosi fielen ihr in die Arme, und sie umarmten sich alle drei, ein unzerstörbarer Dreiklang aus Liebe und gemeinsamer Stärke.
Sie hatten gekämpft. Nicht mit Fausten, sondern mit Überlegung.



